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Cloudlösung für Engineeringdaten

Neue Cloudlösung verspricht Ordnung im Datendschungel der Bestandsdaten

| Autor: Anke Geipel-Kern

Mit Plantsight können 1D-, 2D- und 3D-Modelle problemlos visualisiert und analysiert werden.
Mit Plantsight können 1D-, 2D- und 3D-Modelle problemlos visualisiert und analysiert werden. (Bild: Siemens)

Mit dem Clouddienst Plantsight wollen Bentley und Siemens dem Problem der unstrukturierten Daten zu Leibe rücken. Hochladen und Synchronisieren von realen Anlagen- und Engineeringdaten in die Cloud geht kinderleicht. Besonders Bestandsanlagen sollen profitieren.

Mit großem Hallo ist vor drei Jahren auf der Hannover Messe die strategische Allianz zwischen Siemens und Bentley verkündet worden von der nun auch die Prozessindustrie profitiert.

„Mit den Einblicken, die Plantsight eröffnet, können Nutzer schneller sachlich fundierte Entscheidungen treffen und die Rentabilität ihrer Anlagen langfristig steigern.“ Carsten Gerke Bentley Systems
„Mit den Einblicken, die Plantsight eröffnet, können Nutzer schneller sachlich fundierte Entscheidungen treffen und die Rentabilität ihrer Anlagen langfristig steigern.“ Carsten Gerke Bentley Systems (Bild: Bentley)

Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist Plantsight, das erste Mal auf der Bentley-Konferenz „Year in Infrastructure 2018“ in London vorgestellt. Der sprechende Name steht für einen Clouddienst, der nach dem Willen von Bentley-CEO Greg Bentley, den digitalen Zwilling auf eine neue Ebene heben soll. Carsten Gerke, Senior Vice President Strategic Partnerships, Bentley Systems bezeichnet die Lösung als entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung der Prozessindustrien.

Neue Lösung für ein ungelöstes Problem

Was dahinter steckt ist eine Herausforderung, vor der bisher noch jeder Betreiber kapituliert hat. Was tun mit versteckten und unstrukturierten Anlagendaten? Gerade bei Bestandsanlagen gibt es Daten und Dokumente genug. Doch im Laufe der Jahre verteilen sich diese über diverse Abteilungen und lagern auf den unterschiedlichsten Rechnern in unterschiedlichen Formaten, z.B. als uralt Excellisten oder Worddateien, erstellt mit einer schon längst vergessenen Win­dows-Version und vielem mehr.

Mit Plantsight, so versprechen Siemens und Bentley, höre das auf. Dark Data, wie der Fachmann das Sammelsurium nennt, können mit dem neuen Cloudservice gesammelt, nach Versionen zeitlich gestaffelt, kontextualisiert, synchronisiert und visualisiert werden.

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In Plantsight treffen sich reale und virtuelle Welt, ebenso wie in der Partnerschaft zwischen Bent­ley und Siemens. Neben operativen Betriebsdaten, die beispielsweise über die IoT-Plattform Mindshere eingebunden werden, bringen Bentley und Siemens ihr Know-how über Softwarelösungen für die Planung und das Assetmanagement ein.

Datenqualität ist oft nur mittel

Die Daten in die Cloud zu bekommen, sei nicht das Problem, betont Gerke. Meist hapert es an der Datenqualität. Sehr zum Leidwesen der Betreiber, denn bei Brownfield-Anlagen weiß meist nur der Anlagenleiter, was denn gerade in seiner Anlage verbaut ist. Selbst der Planer, der vor zehn Jahren die Planung durchgeführt hat, greift bei Erweiterungen oder Umbauten in der Regel auf veraltete Unterlagen zu, weil ihn die Information, dass eine neue Pumpe installiert wurde, nicht erreicht hat. Wie viel Arbeitszeit Ingenieure mit dem Suchen nach Unterlagen verplempern, steht ohnehin in den Sternen. Das alles soll nun mit Plantsight Schnee von gestern sein.

Zeit und Aufwand für die Zusammenführung und Komplettierung der Informationen über Anlagenteile könne man deutlich reduzieren, und zudem werde die Dokumentation ständig auf dem neuesten Stand gehalten, erklärt Gerke. Am Ende steht ein digitales Modell, also der berühmte digitale Zwilling, der skalierbar ist und, je nach Bedürfnis, alle Informationen enthält, die Planer, Standortleiter, Betriebsleiter und Operator für ihre Arbeit brauchen. Bentley und Siemens verfolgen dabei ein offenes Datenkonzept, das ermöglicht Daten unterschiedlichster Formate zu erfassen. Das Versprechen hinter dem Dienst formuliert Gerke so: Die tiefen Einblicke in die Anlage ermögliche es allen Nutzern, schneller sachlich fundierte Entscheidungen zu treffen und die Rentabilität der Anlagen langfristig zu steigern.

Outcome-basiertes Geschäftsmodell als Zukunftsidee

Und wie wollen die Partner Plantsight in ein tragfähiges Geschäftsmodell ummünzen? Heute verfügbar als Subscriptions-Modell sei in der Zukunft ein Outcome-basiertes Geschäftsmodell denkbar, bei dem Anwendern nur das tatsächliche Ergebnis in Rechnung gestellt wird, erklärt Gerke.

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