Anzeige- und Kontrollsystem Neuartiger Markierungsdrucker vereinfacht den Schaltschrankbau in Klärwerk-Projekt

Autor / Redakteur: Georg Grunenberg / Wolfgang Leppert

EST Elektro-Steuerungs-Technik produziert Steuerungslösungen für ganz unterschiedliche Kunden und Branchen: zum Beispiel für ein ambitioniertes Abwasser-Projekt, das mit EU-Fördergeldern neue Wege beim Schutz des Ökosystems beschreitet. Die beim Bau des Anzeige- und Kontrollsystems nötige Flexibilität und Schnelligkeit unterstützt ein Markierungsdrucker mit LED-Technik.

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EU-Life-Projekt zum integrierten Betrieb zweier Kläranlagen: Ein Markierungsdrucker optimiert das Monitoring- & Control-System
EU-Life-Projekt zum integrierten Betrieb zweier Kläranlagen: Ein Markierungsdrucker optimiert das Monitoring- & Control-System
( Archiv: Vogel Business Media )

Seit 1989 bietet die EST Elektro-Steuerungs-Technik GmbH aus dem niedersächsischen Wallenhorst Dienstleistungen und Systemlösungen rund um Automatisierungstechnik, Schaltanlagen, Mess- und Regeltechnik sowie Industriemontagen und Prozessleitsysteme. Mit über 50 Mitarbeitern beliefert das Unternehmen die chemische Industrie, die Nahrungsmittel- und Textil-Industrie, Wasser- und Energieversorger sowie den Maschinenbau. Bei einem derart breit gefächerten Kundenstamm unterscheiden sich die Projekte stark von einander — Schnelligkeit und Flexibilität sind daher die wichtigsten Erfolgskriterien.

Eines der zuletzt interessantesten EST-Projekte ist ein von der Europäischen Union gefördertes Abwasser-Projekt. Dieses EU-Life-Projekt IWPM (Integrated Wastewater Purification Management) verbindet mit modernster Technik zwei Kläranlagen in Bad Essen Wittlage und Ostercappeln-Schagstorf. Zweck ist hier, Abwasser-Management und Klärwerks-Technologien durch die Integration beider Kläranlagen zu optimieren. Die Ablaufqualität sollte erhöht und gleichzeitig die Kosten gesenkt werden, die für die Einhaltung der einschlägigen EU-Richtlinien aufzuwenden sind. Das Projekt liegt im Entsorgungsgebiet des Wasserverbands Wittlage und ist Teil des Flusseinzugsgebiets für das sensible Ökosystem Dümmersee. Neben Landwirtschaft und Nahrungsmittel-Industrie prägt der Tourismus zunehmend die Wirtschaftskraft der Region.

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Der innovative Charakter des EU-Projekts liegt in der funktionalen Verknüpfung von Kläranlagen: Die hydraulische Belastung sowie Nährstoffbelastungen werden dabei ausgeglichen und technisch optimal zwischen den unterschiedlichen Abwasser-Aufbereitungsanlagen Bad Essen und Ostercappeln verteilt – in Abhängigkeit von der jeweils verfügbaren freien Anlagenkapazität.

Gesamtlösung aus einer Hand vereinfacht den Schaltschrankbau

EST hat das EU-Life-Projekt mit einem Monitoring- & Control-System (MCS) ausgerüstet, das speziell für dieses und vergleichbare Projekte entwickelt wurde. Kurze Produktionszeiten sowie eine hohe Flexibiltät beim Schaltschrankbau waren die Hauptanforderungen an die Produktion des MCS. Hier setzt EST auf die kompakten ST- Zugfederklemmen von Phoenix Contact. Bei allen Klemmen dieser Baureihe kommt das universelle Zubehörprogramm — etwa Steckbrücken, Prüfzubehör und Beschriftungsmaterial — aus dem Reihenklemmen-Programm Clipline complete zum Einsatz. Für alle Aufgaben der Potenzialverteilung verläuft der doppelte Brückenschacht über alle Klemmen in einer Linie und reduziert damit den Verdrahtungsaufwand erheblich. Die platzsparenden Dioden-, Sicherungs- und Messertrennklemmen ermöglichen den Aufbau der Steuerung auf kleinstem Raum. Zusammen mit dem Planungsprogramm Clip Project sowie dem Markierungsdrucker Bluemark LED ist hier eine umfassende Gesamtlösung aus einer Hand eingesetzt.

Die „Väter“ des Anzeige- und Kontrollsystem für das Abwasserprojekt: EST-Geschäftsführer Jürgen Wosnjuk (links) und Peter Deters (Archiv: Vogel Business Media)

Alle Markierungsdaten werden aus dem Elektro-Planungssystem Eplan P8 direkt in Clip Project übernommen und an den Bluemark-Drucker weitergegeben. „Mit dieser durchgängigen Lösung können wir unsere Aufwände für die Markierung unserer Leiter, Klemmen und Betriebsmittel deutlich reduzieren“, erläutert Jürgen Wosnjuk, einer der beiden Geschäftsführer von EST und zuständig für das Projektmanagement. „Fehler aufgrund manueller Eingaben kommen bei uns nicht mehr vor.“

LED-Technik druckt Markierungen einfach schneller

Planung und Fertigung gehen bei EST Hand in Hand. Der Projektdurchlauf wird kürzer, und Optimierungen können zügig umgesetzt werden. Sobald die Projektierung im Eplan-System abgeschlossen ist, stehen sämtliche Informationen — Anlage, Ort, Quelle, Ziel und Anschlusspunkt — zum Beschriften der Betriebsmittel, Klemmen und Leiter zur Verfügung. Alle Schilder werden umgehend bedruckt und können direkt in der Fertigung verwendet werden. „Mit unserem Plotter waren wir nicht so flexibel“, erklärt Wosnjuk. „Vor jedem neuen Ausgabe-Job mussten wir die Plotterstifte reinigen und die Magazine manuell bestücken.“ Außerdem benötigt Tinte je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit eine bestimmte Trockenzeit. Die Schilder konnten dann meist nicht schnell genug appliziert werden.

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Durch die UV-LED-Technik im neuartigen Drucker Bluemark LED können die Beschriftungsschilder jetzt ohne Wartezeit direkt bedruckt und eingesetzt werden. Lösungsmittelhaltige Tinte, die erst getrocknet werden muss, benötigt der Markierungsdrucker nicht. Gedruckt wird mit flüssigem Acryl, das die UV-LEDs in Bruchteilen einer Sekunde härten. Durch die Strahlungshärtung wird das Markierungsmaterial thermisch nicht belastet. Es bleibt kalt und kann sofort weiterverarbeitet werden. „Mit der neuen Druckertechnik können wir schneller und vor allem viel flexibler auf Kundenwünsche reagieren“, so Peter Deters, als Geschäftsführer bei EST für die Informationstechnik zuständig. „Und auch die verbesserte Qualität der Beschriftungen nehmen unsere Kunden positiv auf.“ Die eindeutigen Kennzeichnungen aller Komponenten erleichtern den EST-Mitarbeitern zudem die Inbetriebnahme einer Anlage vor Ort, zugleich erhöht sich die Service-Freundlichkeit.

Insgesamt differenziert sich EST durch eine hohe Durchgängigkeit zahlreicher unterschiedlicher Lösungen vom Wettbewerb. Dabei hilft der Markierungsdrucker Bluemark LED von Phoenix Contact, die Beschriftung von Leitern, Klemmen und Betriebsmitteln zu vereinfachen. Das MCS für das EU-Life-Projekt zum integrierten Betrieb zweier Kläranlagen des Wasserverbandes Wittlage konnte so erheblich optimiert werden. Denn die gut lesbare, kontrastreiche und beständige Kennzeichnung trägt nicht nur zur schnelleren Produktion der Schaltschränke, sondern auch zu einer verbesserten Qualität der gesamten Anlage bei.

Georg Grunenberg, Business Unit Industrielle Verbindungstechnic, Phoenix Contact, Blomberg

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