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Vermüllung der Meere Nestlé schließt sich Projekt „Stop“ zur Vermeidung von Kunststoffmüll in der Umwelt an

| Redakteur: Alexander Stark

Nestlé ist als neuester strategischen Partner dem Projekt Stop („Stop Ocean Plastics“) beigetreten. Die Initiative hat die Vermeidung von Meeresmüll in Südostasien zum Ziel. Der Konzern ist das erste und weltweit größte Unternehmen für Lebensmittel und Getränke, das sich der Initiative anschließt.

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Das Bild zeigt Müllsammler im Rahmen des Project Stop in Muncar, Indonesien.
Das Bild zeigt Müllsammler im Rahmen des Project Stop in Muncar, Indonesien.
(Bild: Systemiq)

Wien/Österreich – Das Projekt Stop wurde im Jahr 2017 von Borealis und Systemiq, einem Beratungs- und Investmentunternehmen, das nach Lösungen gegen Systemversagen sucht, ins Leben gerufen. Das Ziel des Projekts besteht darin, zu verhindern, dass Kunststoffe in die Umwelt gelangen, indem Partnerschaften mit Stadtregierungen eingegangen werden, um effektive Kreislaufsysteme zu entwickeln.

Es sei äußerst beunruhigend, dass das Fehlen nachhaltiger Abfallsmanagementsysteme und -praktiken zur Eskalation des Problems der Vermüllung der Meere beigetragen hätte, so Borealis Vorstandsvorsitzender Alfred Stern. Martin R. Stuchtey, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Systemiq ergänzt, dass Kunststoffabfälle eine wachsende Bedrohung für Meeresökosysteme und die Gesellschaft darstellen würden. Sie seien ein Symptom eines linaren – anstatt eines kreislaufbasierten – Verbrauchsmodells. Stop sei entwickelt worden, um dies zu ändern und zu beweisen, dass Altplastik (Verpackungen) gesammelt und in wertvolle Ressourcen verwandelt werden können, während zugleich die Lebensgrundlage zahlreicher Menschen sichergestellt wird.

Auch in der vor kurzem gestarteten „Alliance to End Plastic Waste“ (AEPW) haben sich 30 Unternehmen zusammengeschlossen, um Kunststoffabfälle in der Umwelt zu reduzieren.

Indonesien als Leuchtturmprojekt

Nach aktuellen Schätzungen treiben rund 150 Millionen Tonnen Kunststoff in unseren Ozeanen, und weitere 8 Millionen Tonnen Kunststoff gelangen jährlich in die Meere. Geschätzte 80 % des Meeresmülls kommen vom Festland, wobei rund 50 % davon aus nur fünf asiatischen Volkswirtschaften stammen: aus China, Indonesien, den Philippinen, Vietnam und Thailand. Mit dem Wirtschaftswachstum in diesen Ländern ist auch der Kunststoffverbrauch gestiegen, während die Entwicklung effektiver Managementsysteme für Festabfälle hinterherhinkt.

Aktuelle Schätzungen zeigen, dass nur 45-50 % aller Abfälle durch städtische Abfallmanagementsysteme gesammelt werden, während der Rest verbrannt oder in der Umwelt deponiert wird. Dieser Abfallschwund sowie das mangelhafte Abfallmanagement trugen zu einem Rückgang der Produktivität in der Fischerei sowie des Tourismus bei und wirkten sich negativ auf die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung aus.

Als Reaktion darauf verkündete die Regierung Indonesiens das ehrgeizige Ziel, Kunststoffe im indonesischen Ozean bis 2025 um 70 % zu senken, und verabschiedete einen Maßnahmenplan gegen die Vermüllung der Meere. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Effizienz der Abfallmangementsysteme in Städten schnellstens vorangetrieben werden, verbunden mit entsprechenden politischen Maßnahmen auf Systemebene, Innovation und der Entwicklung kreislauforientierter Materialien. Das Projekt unterstützt die Umsetzung dieses Vorhabens.

Muncar, ein wichtiger Fischereihafen in Ost-Java, der über kein effektives Abfallmanagementsystem verfügt und mit den Kunststoffabfällen im Hafen, an den Stränden und in den Flüssen überfordert ist, wurde als erster Standort für eine Städtepartnerschaft im Rahmen des Stop-Projekts ausgewählt. Laut einer sozioökonomischen Haushaltserhebung zu den Abfallgewohnheiten der Bevölkerung, die von Sustainable Waste Indonesia (SWI) durchgeführt wurde, werden 90 % der Haushalte in Muncar nicht durch offizielle Müllsammeldienste bedient. Daher entsorgen rund 45 % der Einwohner Muncars ihre Abfälle in die Flüsse, 20 % verbrennen sie und der Rest wird am Festland deponiert oder vergraben. Aufgrund des großen Interesses der Branche, das Projekt zu unterstützen, kann dessen Expansion nun früher als ursprünglich geplant beginnen.

Auf der „Our Ocean Conference 2018“ in Bali, Indonesien, verpflichteten sich Borealis und Systemiq gemeinsam mit ihren Partnern dazu, zumindest zwei weitere Städtepartnerschaften in Indonesien zu initiieren sowie weitere 8,8 bis 13 Millionen Euro für technische Unterstützung, gemeinnütziges Engagement, Infrastrukturprojekte und zusätzliche Lösungen zur Verpackungsverwertung aufzubringen. Das Vorhaben baut auf der erfolgreichen Entwicklung der ersten Städtepartnerschaft des Stop-Projekts in Muncar, Ost-Java, Indonesien, auf. Damit wird verhindert, dass mehr als 10.000 Tonnen Kunststoffe in den nächsten fünf Jahren in die Ozeane gelangen, erklären die teilnehmenden Unternehmen. Darüber hinaus würden neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen und reproduzierbare Lösungen und Innovationen für andere Städte geliefert.

Partner des Projekts Stop

  • Gründungsmitglieder: Borealis, Systemiq
  • Strategische Partner: Borealis, Nestlé, Norwegian Ministry of Foreign Affairs, Nova Chemicals Systemiq
  • Support & technische Partner: Borouge, Sustainable Waste Indonesia (SWI), Veolia
  • Staatliche Partner: Indonesian Ministry of Environment and Forestry, Banyuwangi Regency, the Coordinating Ministry of Maritime Affairs, Bapppenas, Ministry of Public Works

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