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Einfache Schnittstellenintegration
Die Übergabe von Hardware-Konfigurationen, Anlagenstrukturen, Symboltabellen und Messstelleninstanzen erfolgt bidirektional. Zudem lassen sich Messstellentypen aus PCS 7 einfach in die Engineeringsoftware integrieren, indem die gemeinsame Datenbasis entsprechend erweitert wird. Jede relevante Änderung der Anlagenplanung wird unmittelbar in die Steuerungslogik von PCS 7 übertragen – und umgekehrt.
Zu jeder Zeit verfügt der Anwender über alle Daten und Dokumente aus der Planungsphase einer Anlage sowie aus der realen Anlage, die er für Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben inklusive der Stillstandplanung nutzen kann. Damit wird eine effiziente Unterstützung auch in der Betriebsphase der Anlage ermöglicht.
Dies war auch ein entscheidender Grund dafür, dass das Unternehmen BMA jetzt auf integriertes Engineering setzt. Die BMA-Gruppe, die der BMA Automation GmbH angehört, ist ein kompetenter Ansprechpartner für die Erweiterung und Modernisierung bestehender Anlagen sowie die Errichtung und Ausrüstung von Neuanlagen in der Zucker-, Stärke- und Biomasseindustrie und allen Fragen rund um die Automatisierungstechnik.
Für die prozesstechnische Planung nutzt die Unternehmensgruppe schon seit Jahren die Softwarelösung Comos und setzt jetzt in der Automatisierung das Automation Interface für das Zusammenspiel der beiden Systeme ein. „Neben den Vorteilen einer schnelleren Anlagenplanung sehen wir auch große Vorteile des integrierten Engineerings für den Anlagenbetreiber. Dieser erhält die komplette Dokumentation der Anlagenplanung in Form einer separaten Kundendatenbank. Damit kann der Betreiber die Vorteile eines digitalen Anlagenbildes im täglichen Betrieb nutzen“, erläutert Patrick Eisfelder, Vice President Engineering bei BMA Automation.
Erfahrungen stimmen positiv - Seite 4
Erfahrungen stimmen positiv
Schon im Jahr 2009 startete Sanofi-Aventis Deutschland mit einem ersten Pilotprojekt für integriertes Engineering in der Site Frankfurt Pharma und war somit einer der Pioniere auf diesem Gebiet. Nach den ersten Erfahrungen bewertet das Unternehmen das Konzept sehr positiv und übernahm in einem Folgeprojekt als Pilotkunde die Evaluierung zukünftiger Funktionserweiterungen.
Die Experten sprechen davon, dass 20 % Einsparungen für den Bereich Funktionsplanung und Automatisierungs-Softwareerstellung sogar noch untertrieben sind. Begründet wird diese Aussage damit, dass noch vieles in diesem Bereich ‚handgestrickt‘ ist.
Als weitere Vorteile des integrierten Engineerings werden eine reduzierte Projektdauer, vereinfachte Qualifizierung, aktuelle Systemdokumentation und lernende Organisation genannt.
„Insgesamt sind diese vier Vorteile viel entscheidender als die ange-sprochenen 20 % Engineering-Leistung im Softwarebereich, die ich im Einkauf spare“, kommentiert Dr. Thomas Tauchnitz, Leiter Engineering der Prozessgruppe Technologie in der Site Frankfurt Pharma bei Sanofi-Aventis Deutschland. In Pilotprojekten bei anderen Unternehmen wurden mit bis zu elf Wochen 12,5 % an Zeit und mit bis zu 315 weniger Mannwochen 9 % an Kosten gespart.
So sieht das Konzept der Zukunft aus - Seite 5
Das Konzept der Zukunft
Zahlreiche weitere Firmen aus verschiedenen Branchen sind inzwischen überzeugt, dass sie mit diesem Konzept deutlich effizienter werden, und haben bereits entsprechende Projekte gestartet. Die unterschiedlichen Projekte zeigen, dass integriertes Engineering sowohl für Greenfield- als auch Brownfield-Projekte geeignet ist.
Die Vorteile für Anlagenplaner oder -betreiber sind groß. Egal ob das Projekt den kompletten Planungsablauf von der ersten verfahrenstechnischen Entwicklung über die Ausarbeitung der Mechanik bis hin zur Automatisierung abdeckt oder nur einen kleinen Teilbereich beinhaltet. Die Nutzer, insbesondere in Industrien mit Batch-Prozessen, können mit einem überschaubaren Aufwand das „Integrated Engineering“-Konzept in ihrer Anlage implementieren.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass bei zukünftigen Versionsänderungen der eingesetzten Software kein Aufwand mehr für Makro-Umprogrammierungen der Schnittstellen beim Nutzer anfällt. Denn die integrierte Schnittstelle wird durch Siemens gepflegt und validiert. ●
* Die Autorin ist Senior Marketing Manager bei Siemens AG Industry Sector, Industry Automation in Karlsruhe. Kontakt: Fax +49-911-654-4271
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