Anbieter zum Thema
Aber auch PI wird sich aktiv an der Weiterentwicklung von FDI beteiligen und auch Profibus- und Profinet-spezifische Teile in den Entwicklerwerkzeugen bereitstellen. Ein weiteres Beispiel ist etwa der Umgang mit Geräten für die mobile Automation und Handhelds, um auch hier FDI anwendungsgerecht zu integrieren. PI wird an allen relevanten Arbeiten mit eigenen Experten vertreten sein.
Dringender Anwenderwunsch ist, dass die Zertifizierung, die insbesondere die Interoperabilität beinhalten sollte, ähnlich wie bei Profibus oder FF in Anwendertests in Prüflaboren von statten gehen sollte. Dies ist auch im Sinne von PI (siehe unten "Ergänzendes zum Thema": Interview mit Karsten Schneider). Die Zertifizierungstests von Profibus- und Profinet-Produkten mit FDI sollen dann in den akkreditierten herstellerneutralen PI-Testlaboren durchgeführt und die Zertifikate durch die Zertifizierungsstelle von PI ausgestellt werden.
Herstellerneutrale Integration
Für Kilian startet FDI in diesem Jahr durch: „Für uns ist das eine riesige Erleichterung. Wenn man als Hersteller vier bis fünf Systeme pflegen muss, ist das mit hohen Kosten verbunden. Aber auch die Tests und die Aufbauten in den Prüflaboren, um Interoperabilitätstests durchzuführen, sind im Augenblick immens.“ Dabei waren auch die verschiedenen EDDL-Dialekte ein Problem, wie Kilian zugibt. „Wir mussten tatsächlich technologischen Entwicklungsaufwand für die verschiedenen Dialekte aufwenden. Auch in dieser Beziehung ist die Entwicklung von FDI sehr positiv zu sehen.“
Die Harmonisierung der EDDL-Dialekte war Grundvoraussetzung für die jetzige Fassung von FDI. Für Kilian gehören proprietäre Systeme in Bezug auf die Geräteintegration endgültig der Vergangenheit an: „Wir möchten lieber innovative Dinge vorantreiben, anstatt diese Kraft in die Pflege von diversen Schnittstellen zu stecken.“
Auch die Gerätehersteller setzen große Hoffnungen auf das Thema FDI. „Zum einen gibt es derzeit für jedes Kommunikationsprotokoll einen eigenen EDD-Dialekt, was sich z.B. in einem unterschiedlichen Methoden-Vorrat ausdrückt. Das heißt, für jede Kommunikationsart müssen wir eine eigene EDD schreiben“, so Dr. Rolf Birkhofer, Endress+Hauser Process Solutions, Reinach. Darüber hinaus interpretieren die Hostanwendungen mancher Hersteller eine EDD auf ihre eigene Art und Weise und weisen daher ein eigenes Verhalten auf. „Wir haben bei einem Host-Hersteller sogar schon feststellen müssen, dass eine neue Host-Version nicht mehr mit unseren freigegebenen und getesteten EDDs umgehen konnte!“ weiß Birkhofer.
Nicht nur für Endress+Hauser bedeutete dies, dass sie pro Gerätetyp eine Vielzahl an EDDs erstellen, testen und verwalten mussten – und das alles ohne dass der Anwender irgendeinen Nutzen davon hätte. „Mit FDI versprechen wir uns insbesondere durch die Entwicklung von Referenz-Softwarekomponenten eine dramatische Reduktion dieser Vielfalt. Ein Gerät – ein Device Package“, formuliert Birkhofer seine Forderung knapp.
Wie sieht der zeitliche Rahmen für die Umsetzung der FDI-Packages aus? Weiterlesen ...
(ID:43090072)