Modularer Anlagenbau

Linde entwickelt Baukasten für LNG-Anlagen

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Dezentrale LNG-Anlagen zur Stromerzeugung

Konkret geht es dabei um den Einsatz von LNG in der Stromerzeugung, den Prozessindustrien sowie in Schiffen und Lkw-Motoren. Treiber seien die günstigen Gaspreise und die strengen Emissionsvorschriften, die nur mit der Verbrennung von Erdgas einzuhalten seien.

Da hier vor allem dezentrale kleine bis mittlere LNG-Anlagen benötigt werden, will das Münchner Engineeringunternehmen mit dem Standardisierungsansatz in diese Lücke stoßen.

Prozesstechnisch steckt in der größte Ausbaustufe der kleinen Einheiten alles drin, was auch eine große Edgasverflüssigungsanlage ausmacht. Das bedeutet typischerweise die Erdgasreinigung, die Verflüssigung, Speichertanks und das Lkw-Terminal.

Der Werkzeugkasten

Dazwischen ist dank des modularen Ausbaus alles möglich. Denn Erdgas kommt in unterschiedlichen Qualitäten vor, und dem muss die Aufreinigung Rechnung tragen. Liegt beispielsweise ideales Erdgas vor, reicht eine Verflüssigungseinheit aus, üblich sind aber Mischungen aus Methan, schweren Kohlenwasserstoffen, Stickstoff und Kohlendioxid. Dann stehen Adsorptions-, Absorptions- und/oder kryogene Rektifikationsverfahren zur Verfügung. Wobei die Ingenieure nach dem Motto „so wenig wie nötig, so sicher wie nötig“ vorgehen, was auch ein Worstcase-Szenario einschließt. Denn die kleineren Anlagen liegen meist in der Nähe des Endverbrauchers in bewohnten Gegenden.

Diese „Prozess-Toolbox“ des Star LNG-Konzepts soll etwa etwa 90 % aller Anforderungen abdecken, die im realen Betrieb auftreten. Als Vorteile nennt Linde:

  • gleiches Sicherheitsniveau wie LNG-Großanlagen,
  • beschleunigte EPC-Projektabwicklung,
  • geringere Investitionsausgaben,
  • hocheffizienter Limum-Prozess für einen einfachen Betrieb,
  • modularisierte Einheiten für Vorbehandlung, Prozess- und Rohrleitungsbrücken.

Das Standard-Anlagenkonzept legt ein Basisszenario mit 200 Tonnen Nettoverflüssigungskapazität pro Tag (tpd) zu Grunde, dazu gibt es zahlreiche Alternativen mit vorgefertigten Dokumenten und einem 3-D-CAD-Modell für eine voll modularisierte Anlage.

Mit ein paar Anpassungen sind auch LNG-Kapazitätsbereiche zwischen 100 und 3000 tpd. möglich. Dabei wird dasselbe vorgefertigte Konzept für die Anlagenplanung genutzt.

Bei der Verflüssigung stehen für den zentralen kryogenen Wärmeaustauscher je nach Anlagenkapazität und Betriebsanforderungen zwei proprietäre Designs zur Verfügung: Plattenwärmeaustauscher und spiralgewickelte Wärmeaustauscher.

Neben Anlagen in Australien gibt es zurzeit welche in China und in Norwegen.

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