Fernwirktechnik Kompakte Fernwirktechnik-Gateways für mehr Transparenz und Effizienz

Autor / Redakteur: Kay Miller / Dr. Jörg Kempf

Egal ob in der Wasser-, Strom- oder Gasversorgung – die Bedeutung dezentraler Teilnehmer und die Komplexität von Steuerungssystemen nehmen stetig zu. Gefragt sind hier intelligente, flexible Fernwirklösungen. Mit den neuen, kompakten Fernwirktechnik-Gateways von Wago lassen sich jetzt bis zu 64 Unterstationen in einer offenen Struktur an die Leitebene anbinden.

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Das Wago-Fernwirktechnik-Gateway bietet eine einheitliche Hardware-Basis zur Anbindung verschiedenster Außenstationen.
Das Wago-Fernwirktechnik-Gateway bietet eine einheitliche Hardware-Basis zur Anbindung verschiedenster Außenstationen.
(Bild: Wago)

Der dynamische Ausbau regenerativer Energien hat dazu geführt, dass die Anzahl dezentraler Energieerzeuger massiv gestiegen ist. Der Trend geht heute von Stromnetzen mit überwiegend zentraler Stromerzeugung hin zu Strukturen mit zahlreichen heterogenen Anlagen wie Blockheizkraftwerken, Solar- oder Windparks sowie Biogas- oder Wasserkraftanlagen. Diese neuen Herausforderungen verlangen nach modernen, intelligenten Stromnetzen zur Steuerung, Lastenverteilung, Speicherung und Erzeugung von elektrischer Energie – so genannten „Smart Grids“. Ähnliche Entwicklungen sind auch in anderen Bereichen der Leittechnik wie der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zu beobachten.

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Häufig entsteht so ein unübersichtliches Netz mit unterschiedlichen Schnittstellen verschiedener Hersteller und einer Vielzahl an geschlossenen, herstellergebundenen Systemen – für den Kunden gleichbedeutend mit einer Blackbox. Anwender sind daher gezwungen, bei jeder Systemanpassung, Programmierung oder Parametrierung den Leittechnikhersteller mit einzubeziehen. Das führt zu unflexiblen Strukturen und zusätzlichen Servicekosten. Bisher müssen Anwender in der Regel bei der Kommunikation von der Feld- zur Leitebene immer auf Produkte des Leittechnikherstellers zurückgreifen. Ihnen stehen daher kaum Möglichkeiten zur Verfügung, sich nach günstigeren und besseren Produktalternativen umzusehen. Diese kunden- und marktunfreundliche Situation könnte sich nun mit den neuen Fernwirktechnik-Gateways (WTG) von Wago ändern.

Das WTG führt erstmalig eine offene Übertragungsebene zwischen den Teilnehmern im Feld und der Leitebene ein. Dafür verbindet ein Industrie-PC mit Wago-Fernwirk-Software als Kommunikationsgateway die maximal 64 Fernwirkunterstationen (gemäß IEC 60870-5-101/104) mit der Leitebene (gemäß IEC 60870-5-104). Zur seriellen Kommunikation ins Feld können bis zu zwölf RS232-Module an den Industrie-PC angereiht werden. Das WTG kann überall zum Einsatz kommen, wo Fernwirkunterstationen herstellerunabhängig angeschaltet werden sollen oder die Beschränkung der Leittechnik hinsichtlich der Anzahl möglicher Verbindungen aufgehoben werden soll.

Die Anbindung zur Feldebene ist über Standleitung, Wählverbindung oder transparente TCP/IP-Verbindung (DSL oder GPRS-Router) und zur Leitebene via Ethernet- oder serieller Kommunikation möglich. Die Daten werden eins-zu-eins zuverlässig und sicher an die Leitstelle kommuniziert, sodass keine zusätzliche Parametrierung erforderlich ist. Auch ein optionaler redundanter Aufbau – über eine TCP/IP-Anbindung von zwei IPCs an eine Leittechnik – ist möglich. Das sorgt für erhöhte Sicherheit bei kritischen Anwendungen wie in der Abwasserentsorgung, wo eine Verunreinigung der Umwelt um jeden Preis verhindert werden muss. Ebenso lassen sich zwei Leittechniken an einen IPC anschließen.

Kosten durch externe Serviceleistungen? Das muss nicht sein. Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite …

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