Verpackungslinie für Großblister Koch Pac-Systeme und Uhlmann entwickelten Verpackungslinie für Großblister

Autor / Redakteur: Oliver Naucke / Anke Geipel-Kern

Gemeinsam mit der Tochter Koch Pac-Systeme hat Uhlmann eine Verpackungslinie für Großblister entwickelt, die von der Befüllung der Blister bis zur Verpackung in Kartons alles kann.

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Blisterlinie KBS-KF mit Kettenführung, ideal für Großblister mit Deckfolie. Verschiedene Deckfolienmaterialien sind möglich. Bilder: Uhlmann Pac-Systeme
Blisterlinie KBS-KF mit Kettenführung, ideal für Großblister mit Deckfolie. Verschiedene Deckfolienmaterialien sind möglich. Bilder: Uhlmann Pac-Systeme
( Archiv: Vogel Business Media )

Gemeinsam mit der Tochter Koch Pac-Systeme hat Uhlmann eine Verpackungslinie für Großblister entwickelt, die von der Befüllung der Blister bis zur Verpackung in Kartons alles kann. Ergänzt wird das System durch eine NIR-gestützte Wirkstoff-Kontrolle-und dem Druck von Data-Matrix-Codes, welche die Rückverfolgbarkeit sichert.

Uhlmann Pac-Systeme steht für komplexe, individuelle Verpackungslinien für die Pharmablisterverpackung: von der Tablette über Ampullen und Spritzen bis zu Sonderformen. Das Unternehmen deckt dabei von der Zuführung der losen Ware bis zum Sammelkarton nahezu alle Prozessschritte beim pharmazeutischen Verpacken mit eigenen Maschinen ab, ist auf sämtliche Produkt-, Leistungs- und Formatanforderungen und auf regionale Spezifikationen eingestellt.

Alle Maschinentypen sind konstruktiv, in Design und Leistung aufeinander abgestimmt – das gilt auch für Neuentwicklungen. Das Maschinenprogramm ist dabei kein statisches Gebilde, sondern wird immer wieder schlüssig ergänzt – angepasst an die Bedürfnisse des Marktes. Ziel ist es, jedem Kunden an jedem Ort der Welt einen auf seine Erfordernisse ausgerichteten Verpackungsprozess zu realisieren: hochindividuell, pharmasicher, wirtschaftlich und zukunftsorientiert.

Uhlmann ist 60 Jahre nach Gründung aber nicht nur Maschinenbauer: Als Generallieferant für den kompletten pharmazeutischen Verpackungsprozess kümmert sich das Unternehmen um die Effizienz einer Gesamtlinie, die ideale Ablauforganisation, die logistische Unterstützung, die Qualitätssicherung, Dokumentation, Kommunikation, den bestmöglichen Workflow, den richtigen Fachmann vor Ort.

„Vernetzte Produktionsstrategien“ heißt das in Laupheim und gehört genauso zum Angebot wie die schnelle, kleine oder überaus flexibele Verpackungsmaschinen. Federführend ist dabei der Bereich Customer Support & Services (CSS), der dem Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbietet.

Synergien nutzen

Was 1948 als Kleinbetrieb begann, ist heute ein Global Player mit Renommee. Weltweit gehören mehrere Tochter- und Partnerfirmen zur Uhlmann-Gruppe. Die Tochterfirmen betreuen Kunden weltweit in relevanten Schlüsselregionen und -ländern direkt vor Ort. Das Produktportfolio weiterer eigenständiger Töchter ergänzt das Angebot. Dazu zählen Uhlmann VisioTec und Koch Pac-Systeme, das seit Juli 2006 zur Uhlmann-Gruppe gehört. Trotz der Zugehörigkeit zur Gruppe arbeitet das im baden-württembergischen Pfalzgrafenweiler-Bösingen ansässige Unternehmen, nach wie vor autark und hat seinen eigenen Kundenstamm.

Sonder-Maschinen für Individuallösungen

Das Unternehmen hat sich als Sondermaschinenhersteller für individuelle Verpackungslösungen einen Namen gemacht. Seit Gründung 1969 entwickelt, konstruiert, baut und vertreibt das mittelständische Familienunternehmen kundenspezifische Anlagen in den Bereichen Consumer, Pharma und Health Care. Das Angebot erstreckt sich von Standardmaschinen zur Blisterherstellung und Siegelung bis zu komplexen Sondermaschinen und Verpackungslinien mit automatischer Produktzuführung und Endverpackung. Die Anlagen verpacken von der Kontaktlinse über Zahnbürsten oder Batterien bis zu Zündkerzen einfach alles und auf jede denkbare Art und Weise: mit Karton, Kartonfolie, Blister, Wallets und Nurpack-Kartonverpackungen.

Dabei ergänzen und erweitern besonders die Anlagen zur Herstellung von Großblistern das Maschinenprogramm von Uhlmann.

Ein aktuelles Projekt zeigt, welche Lösungen aus der Zusammenarbeit erwachsen können. Hintergrund ist das Pilotprojekt „Individualisierung in der Arzneimitteltherapie“, das einen neuen Weg der Medikamentendistribution aufzeigen soll. Dazu läuft seit September 2004 zusammen mit einem Pharmaunternehmen, Ärzten, Apotheken und rund 350 Patienten aus vier saarländischen Alten- und Pflegeheimen ein Projekt in dessen Zentrum der Wochenblister steht.

Diese Form von Großblister enthält für sieben Tage alle festen oralen Arzneimittel für eine Person – abgeteilt nach den Einnahmezeitpunkten morgens, mittags, abends und nachts. Der individuelle Wochenblister gilt als Zukunft der Arzneimitteltherapie in der ambulanten Patientenversorgung, denn er verbessert die Compliance und senkt die Kosten im Gesundheitswesen. Für das Pharmaverpacken bedeutet diese Individualisierung eine Herausforderung. Uhlmann und Kock lieferten für das Projekt kundenspezifisch modifizierte Anlagen zur Produktion der Wochenblister: von der Vereinzelung der Solida in Endlosblister über die Herstellung und das Versiegeln der Wochenblister bis zur Endverpackung.

Die gemeinsame Systemlösung

Uhlmann liefert Blistermaschinen vom Typ B 1240. Dieser Anlagentyp ist flexibel, zverlässig, gmp-gerecht gebaut und zeigt im Einsatz hohe Produkt- und Prozesssicherheit. Die Blistermaschinen vereinzeln die Tabletten, verpacken diese in Endlosblister und sind mit jeweils drei verschiedenen Zuführungssystemen ausgestattet. Insgesamt handelt es sich dabei um rund 400 verschiedene Medikamente. Direkt nach der Zuführung werden die Produkte berührungslos mittels Nahinfrarotlicht auf den richtigen Wirkstoff und auf Unversehrtheit geprüft. Fehlerhafte Produkte werden vom Blisterband abgesaugt. Eine weitere Kamerakontrolle stellt sicher, dass das fehlerhafte Produkt wirklich ausgeschleust ist. Die Blister werden mit einer Folie gesiegelt, die vorab inline mit einem Data-Matrix-Code bedruckt wurde.

Die Deckfolie ist über jedem Hof perforiert, damit die Produkte für die individuelle Zusammenstellung maschinell ausgedrückt werden können. Die Blisterbahnen werden abschließend längs in der Breite eines Hofes in Endlosstreifen geschnitten, aufgerollt und zur Bestückung der Wochenblister bereitgestellt.

Letzte Verpackungsschritte

Die Maschinen für die nächsten Verpackungsschritte also den Form- und den Siegelprozess sowie das Endverpacken der Wochenblister stammen von Koch Pac-Systeme. Die Blistermaschine mit Kettenführung vom Typ KBS-KF formt die Großblister, vereinzelt sie und übergibt sie auf einen Werkstückträger. Der Werkstückträger transportiert den Blister durch die Befüllstrecke mit 400 Stationen. Jeder Großblister wird programmgesteuert individuell befüllt. An der letzten Station wird ein Data-Matrix-Code mittels Laser auf eine vorgeschnittene Deckfolie aufgebracht, die auf den Großblister gesiegelt wird.

Der jederzeit eindeutig zu identifizierende individuelle Blister wird aus dem Werkstückträger entnommen und mit einer Deckkarte gesiegelt. Die Deckkarte wird ebenfalls mit einem Data-Matrix-Code versehen. Zur Sicherheit wird die Übereinstimmung der Codes von Deckfolie und Deckkarte geprüft. Vermerkt sind auf der Karte Kundendaten wie Name und Anschrift, zusätzlich aber auch eine Chargen-Codierung, um die Herkunft des Medikaments jederzeit rückverfolgen zu können. Im Endverpackungsprozess werden Wochenblister, die an dieselbe Apotheke geliefert werden, in Umkartons verpackt.

Das Beispiel zeigt, dass gerade bei komplexen technischen Systemlösungen Kunden von der Produktpalette und dem Know-how zweier Unternehmen sowie der daraus entstehenden profitieren können. Darüber hinaus kommen Entwicklung, Projektsteuerung und Lieferung schlüsselfertiger Lösungen aus einer Hand.

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