Covestro forciert Digitalisierung KI soll chemische Industrie schneller und schlauer machen

Redakteur: Alexander Stark

Der Leverkusener Spezialchemiekonzern Covestro will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Unternehmen sowie in der gesamten chemischen Industrie noch stärker vorantreiben. Dazu untersucht der Werkstoffhersteller im Rahmen mehrerer Pilotprojekte über verschiedene Unternehmensbereiche hinweg, wie digitale Technologien Prozesse effizienter und nachhaltiger gestalten können.

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Der Spezialchemiekonzern Covestro forciert die Digitalisierung in der Produktion und den Kundenprozessen.
Der Spezialchemiekonzern Covestro forciert die Digitalisierung in der Produktion und den Kundenprozessen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Leverkusen – Mithilfe von Künstlicher Intelligenz will Covestro in Zukunft über Bereichsgrenzen hinweg digitale Lösungen finden, die es vorher so nicht hat geben können. Damit sollen neue Möglichkeiten eröffnet werden, um mit verbessertem Ressourceneinsatz mehr Nachhaltigkeit zu erzielen und so die Anforderungen der Kunden noch zielgenauer bedienen zu können.

Am Produktionsstandort Dormagen testet das Unternehmen, wie der Herstellungsprozess von Polyestern optimiert werden kann. Polyester werden für die Herstellung von Polyurethanen benötigt. Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Verarbeitung umfassender Prozessdaten des Betriebs sollen freie Produktionskapazitäten geschaffen und der Energieaufwand minimiert werden. Ebenfalls in Dormagen sowie an den Standorten Leverkusen und Krefeld-Uerdingen kommen digitale Technologien zum Einsatz, um den Spitzendampfverbrauch von Produktionsanlagen vorherzusagen. So lassen sich Energieeinsatz und Kosten langfristig reduzieren.

Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der digitalen Kundenerfahrung. Hier hilft Machine Learning dabei, Interessenten für Covestro an allen digitalen Berührungspunkten im Internet und den sozialen Medien zu identifizieren. Ziel ist es, sie durch Beratung und Information nachhaltig als Kunden zu gewinnen. Auch im Einkauf soll künftig Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen. Fehlerhafte Rechnungen können dann mit weniger Aufwand identifiziert werden und so den Rechnungsanerkennungsprozess deutlich effizienter gestalten.

Nils Janus, Leiter Advanced Analytics bei Covestro, ist sich sicher, dass Daten und ihre richtige Nutzung die ganze Industrie nicht nur schlauer und schneller machen, sondern auch einen Beitrag zum Geschäftsergebnis leisten können. Um datenbasierte Erkenntnisse künftig optimal verwenden zu können, hat der Werkstoffhersteller beispielsweise mit der Covestro Analytics Platform (CAP) eine Plattform für Datenwissenschaftler entwickelt. Hier werden Rohdaten etwa aus Produktionsanlagen, Forschungsergebnissen und Geschäftsprozessen gesammelt und mit externen Datenbanken ergänzt, um Analysen durchzuführen und Machine Learning-Modelle zu trainieren.

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