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Integration und Interoperabilität – so wird Anlagenplanung effizient

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Darum ist Interoperabilität der Schlüssel

Interoperabilität ist der Schlüssel, wenn Daten zwischen Teams, Gewerken und Softwarewerkzeugen ausgetauscht werden sollen. Die bidirektionale Schnittstelle von Comos zu Simatic PCS7 schlägt die Brücke zwischen PLT- und Anlagenplanung. Noch mehr Integration von Engineeringdaten und 3D-Modellen bietet die Softwarelösung Comos Walkinside, deren Vorteile Jan Rougoor erläutert. Er leitet bei Siemens das Produktmanagement der Softwarelösung Comos.

Herr Rougoor, das neue Comos-Release bietet die Chance in den Bereichen Standardisierung und Modularisierung in der Anlagenplanung erheblich weiter zu kommen.

Jan Rougoor: Technisch ist das bereits heute kein Problem mehr. Die Anwender müssen sich davon lösen, den Blick nur auf ihr eigenes Gewerk zu richten. Sie müssen auch darüber nachdenken, wie andere Gewerke später die Daten und Informationen weiter nutzen. Das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Disziplinen ist entscheidend für effiziente Planungsprozesse.

Heutzutage werden Informationen hauptsächlich in Dokumenten zur Verfügung gestellt, aber Dokumente sind im Prinzip nur eine Momentaufnahme der Daten. Wer den tatsächlichen Status einer Anlage sehen möchte, muss auf die aktuellen, lebenden Daten blicken.

PROCESS: Viele Planer und Betreiber haben unterschiedliche Software-Werkzeuge im Einsatz. Wie sehen Sie den Zukunftstrend, wird die Software-Landschaft in den Unternehmen heterogener oder homogener werden?

Rougoor: Interoperabilität ist der Schlüssel für effektive Arbeitsabläufe. Daten und Dokumente müssen zwischen unterschiedlichen Software-Anwendungen, Standorten und Teams einfach und sicher ausgetauscht werden. Comos ermöglicht dies durch eine offene Systemarchitektur und standardisierte Schnittstellen.

Das spart Zeit und zudem werden Dateninkonsistenzen durch fehlerhaftes Übertragen mini-miert. Einige Beispiele: Mit der neuen Version werden für einen vereinfachten und beschleunigten Datenaustausch mit Drittanbieterprogrammen neben dem Update der XMPLANT-Import-Möglichkeiten auch Neuerungen bei Comos Pipe Spec angeboten.

Hier wurde z.B. die Kompatibilität zu Probad, der IBM-Berechnungssoftware zur Auslegung von Druckteilen, weiter ausgebaut. Der bidirektionale Datenaustausch von Rohrleitungsspezifikationen inklusive Revisionsmanagement ermöglicht nun eine weitere Steigerung von Datenqualität und Engineeringeffizienz.

PROCESS: Wie sieht die Integration mit den Werkzeugen der Gewerke aus, die Comos nicht direkt abbildet?

Rougoor: Auch hier haben wir unser Angebot konsequent weiter entwickelt. Der Daten- und Informationsaustausch zwischen verfahrenstechnischer Planung und leittechnischer Projektierung beispielsweise wurde mit der bidirektionalen Schnittstelle zwischen Comos und dem Prozessleitsystem Simatic PCS 7 bereits mit der letzten Software-Version stark optimiert.

So lässt sich der As-Built-Status der Anlage in Comos ebenso dokumentieren, wie der As-Is-Status während des Betriebs oder sogar nach Instandhaltungsarbeiten, ohne dass manuelle Nacharbeiten in den Comos-Daten notwendig werden.

Die Daten lassen sich zwischen Comos und PCS 7 quasi auf Knopfdruck in beide Richtungen übertragen. Mit dem aktuellen Release können nun nach Übergabe von Hardware-Konfigurationen, Anlagenstrukturen und typbasiertem Datenaustausch auf Einzelsteuerebene, auch zusätzlich in Comos funktional geplante Ablaufsteuerungen (Typen und Instanzen) an eine anlagenspezifische Automatisierungsfunktion übergeben werden. Das sorgt für erhebliche Zeit- und Kostenreduzierung in der Gesamtanlagenplanung.

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