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Biomasse in Kraftstoff umsetzen Hochdruck-Flugstromvergasung in Bioliq-Pilotanlage in Betrieb

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Auf dem Weg zur Herstellung umweltfreundlicher Kraftstoffe aus Restbiomasse hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zusammen mit dem Technologiepartner Air Liquide Global E&C Solutions einen weiteren Schritt verwirklicht: Die zweite Prozessstufe der Bioliq-Pilotanlage, der Hochdruck-Flugstromvergaser Bioliq II, ist fertig entwickelt und geht ab sofort in Betrieb. Das am KIT entwickelte Verfahren, das in vier Stufen abläuft, erlaubt es, hochwertige und motorenverträgliche Designerkraftstoffe für Diesel- und Ottomotoren herzustellen.

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Die Bioliq-Anlage am KIT: In einem mehrstufigen Prozess entstehen aus Stroh undanderen biogenen Reststoffen hochwertige synthetische Kraftstoffe.
Die Bioliq-Anlage am KIT: In einem mehrstufigen Prozess entstehen aus Stroh undanderen biogenen Reststoffen hochwertige synthetische Kraftstoffe.
(Bild: Markus Breig )

Karlsruhe – Ein weiterer Baustein der Bioliq-Anlage am KIT geht in Betrieb. Der Flugstromvergaser der Stufe II setzt das in der ersten Prozessstufe erzeugte flüssige Zwischenprodukt Bioliq Syncrude zu einem teerfreien Synthesegas um. Da er im Versuchsbetrieb wahlweise bei zwei Druckstufen (40 bar und 80 bar) betrieben werden kann, bedeutet dies maximale Flexibilität für die nachgeschalteten Prozesstufen. Mit der Fertigstellung von Bioliq II ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Betrieb der gesamten Prozesskette von der Biomasse zum Kraftstoff erreicht.

Der Flugstromvergaser wurde mit einem speziellen Anlagendesign ausgestattet. Dies hat den Vorteil, dass sich unterschiedliche Biomassen, selbst mit einem hohen Ascheanteil, verwerten lassen. Die verwendeten Werkstoffe halten korrosiven Einflüssen aus Bestandteilen der Biomasse stand und erlauben einen Betrieb bei hohen Drücken. Dies gewährleistet einen industrienahen Betrieb des Flugstromvergasers.

„Der gesamte Bioliq-Prozess ist exemplarisch für die nachhaltige Nutzung von Biomasse und trägt wesentlich dazu bei, fossile Energieträger zu ersetzen und die CO2-Emissionen im Verkehrssektor zu verringern“, erklärte der KIT-Vizepräsident für Forschung und Innovation, Dr. Peter Fritz. „Mit dem Hochdruck-Flugstromvergaser steht dem KIT-Zentrum Energie nun ein hervorragendes Instrument zur Verfügung, das nicht nur die Industrietauglichkeit des Verfahrens beweisen kann“, erläutert der Projektleiter von Bioliq II, Professor Thomas Kolb.

Neue Erkenntnisse über thermochemische Prozesse

„Es wird auch wichtige Forschungsergebnisse im Bereich der Hochtemperaturverfahren generieren und damit zur Entwicklung neuer Technologien beitragen“, so Kolb. Er verweist auf bereits während der Bauzeit gegründete Forschungskooperationen wie das virtuelle Helmholtz-Institut HVIGasTech (http://www.hvigastech.org), das die wissenschaftlichen und technischen Kompetenzen der Partner bündelt und in neue Erkenntnisse über thermochemische Prozesse bei hohen Drücken umsetzt.

„Da das Bioliq-Verfahren auf Stroh und weitere biogene Reststoffe zurückgreift, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- oder Futtermittelproduktion stehen, sind wir somit in der Lage, einen wichtigen Teil zur Entwicklung alternativer Energielösungen beizutragen“, so Francois Venet, Vice President Air Liquide Global E&C Solutions. Der mehrstufige Prozess berücksichtigt sowohl die Tatsache, dass das Stroh und andere biogene Reststoffe räumlich weit verteilt anfallen, als auch die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen großtechnischen Produktion.

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