Biomasse in Kraftstoff umsetzen

Hochdruck-Flugstromvergasung in Bioliq-Pilotanlage in Betrieb

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Der Aufbau der Pilotanlage am KIT Campus Nord wird vom Bund und vom Land Baden-Württemberg gefördert. Neben zahlreichen Instituten und Dienstleistungseinheiten des KIT sind mehrere Industriepartner an dem Verfahren beteiligt. Die Errichtung der Bioliq-Prozessstufe II hat ein Investitionsvolumen von rund 28 Millionen Euro. 50 Prozent davon trägt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Diese Mittel werden über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe zur Verfügung gestellt. Die verbleibenden Investitionskosten übernehmen das KIT und der Industriepartner Air Liquide je zur Hälfte.

Die vier Stufen des Bioliq-Prozesses

Der gesamte Bioliq-Prozess besteht aus vier Stufen. In Stufe I wird die trockene Restbiomasse, die räumlich weit verteilt anfällt und einen niedrigen Energiegehalt hat, dezentral durch Schnellpyrolyse in eine rohölartige Substanz von hoher Energiedichte umgewandelt. Der sogenannte Bioliq Syncrude lässt sich wirtschaftlich über lange Strecken transportieren und zentral weiterverarbeiten. In der zweiten Prozessstufe setzt der Hochdruck- Flugstromvergaser den Bioliq Syncrude bei Temperaturen über 1200 °C und Drücken bis zu 80 bar zu einem teerfreien Synthesegas um.

Dieses Synthesegas besteht zum Großteil aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. In dieser Stufe II stellen die hohen Temperaturen, der hohe Druck und die reaktiven Produkte große Anforderungen an den Prozess, die Instrumentierung, die Steuerung und die Sicherheitstechnik der Anlage. Bei der anschließenden Heißgasreinigung – Stufe III – geht es darum, Störstoffe wie Partikel, Chlor- und Stickstoff-Verbindungen aus dem Synthesegas abzutrennen. In der vierten und letzten Prozessstufe werden die Gasmoleküle gezielt zu maßgeschneiderten Kraftstoffen zusammengesetzt.

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