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Marktanalyse Global Data: Indische Pharmaindustrie muss ihre Innovationskraft stärken

Redakteur: MA Alexander Stark

Die niedrigen Investitionen indischer Unternehmen in Forschung und Entwicklung (F&E) verhindern bislang, dass die Unternehmen auf dem Markt für innovative Arzneimittel Fuß fassen können. Um die Entwicklung innovativer Medikamente zu fördern, muss das Land ein entsprechendes Forschungsökosystem schaffen, meinen die Analysten von Global Data.

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Die indische Pharmaindustrie muss ein Umfeld schaffen, das die Förderung von Talenten und einen Marktplatz für innovative Technologietransferprojekte an Universitäten einschließt, sagt Global Data.
Die indische Pharmaindustrie muss ein Umfeld schaffen, das die Förderung von Talenten und einen Marktplatz für innovative Technologietransferprojekte an Universitäten einschließt, sagt Global Data.
(Bild: Deposit Photos / CC0 )

London/Großbritannien - Die Indische Pharma-Allianz (IPA) hat die Regierung kürzlich aufgefordert, einen Unterstützungsfonds für technologische Innovationen im Bio-/Pharma-Bereich einzurichten. Dieser Anstoß zur Förderung von Innovationen sei wichtig, weil die indische Pharmaindustrie von fast 28,4 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf mehr als 34,8 Milliarden Euro im Jahr 2022 wachsen wird, so Global Data.

Dr. Peter Shapiro, Senior Director of Drugs and Business Fundamentals bei Global Data, betont jedoch: „Wenn man das aktuelle Szenario innerhalb der indischen Pharmaindustrie betrachtet, kann eine Erhöhung der Finanzmittel allein nicht ausreichen, um Innovationen zu schaffen“. Die Bildung eines entsprechenden Ökosystems müsse die Förderung von Talenten und einen Marktplatz für innovative Technologietransferprojekte an Universitäten beinhalten. Nur so könne der Markt von einem auf niedermolekulare Generika spezialisierten zu einem auf innovative Arzneimittel spezialisierten Markt werden, fügte er hinzu.

Pipeline-Medikamententwicklung der 10 größten indischen Unternehmen
Pipeline-Medikamententwicklung der 10 größten indischen Unternehmen
(Bild: Global Data)

Laut Global Data haben indische Unternehmen den Generikamarkt bislang dominiert. Die Mehrheit der 20 führenden Generikahersteller nach Umsatz ist in Indien ansässig. Dr. Shapiro fügte hinzu, dass Lipaglyn das erste innovative Medikament sei, das 2014 von einem indischen Unternehmen, Zydus Cadila, auf den Markt gebracht wurde. Lipaglyn wird in Indien und Mexiko vermarktet; andere in Indien zugelassene innovative Produkte sind jedoch im Ausland nicht zugelassen.

Ähnlich wie in den entwickelten Märkten ist der am weitesten verbreitete Therapiebereich die Onkologie. Ein Beispiel dafür ist Aurigene, eine Tochtergesellschaft von Dr. Reddy's Laboratories, die eine exklusive Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Exelixis eingegangen ist, um neuartige Therapien gegen Krebs zu entwickeln. Die Mehrzahl der indischen Kooperationen für innovative Arzneimittel wird höchstwahrscheinlich mit Unternehmen und Instituten in den USA erfolgen und nicht mit anderen inländischen Kooperationspartnern.

Die indische Pipeline ist auch auf Infektionskrankheit ausgerichtet. Ein Drittel der Pipeline-Produkte, die von indischen Unternehmen entwickelt werden, befinden sich in diesem Bereich. Im Vergleich dazu sind es in den Pipelines der entwickelten Ländern (USA, Europa und Japan) nur ein Sechstel. Darunter sind zwei chemisch verwandte Antibiotika, die sich in den USA in der Vorregistrierung befinden: Alalevonadifloxacin und Levonadifloxacin, die von Wockhart entwickelt werden.

Dr. Shapiro kommt zu dem Schluss, dass das Innovationspotenzial auch von verschiedenen Faktoren wie industriell-akademischen Kooperationen, der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte, innovativer Wissenschaft und zusätzlichen Anreizen der Regierung abhängen würde. Daher sei es wichtig, ein Umfeld zu schaffen, in dem den oben genannten Faktoren berücksichtigt werden, um Innovationen zu fördern.

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