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All das spiegelt sich letztendlich im höheren Preis einer Schubert-Maschine wider.
Schubert: Selbstverständlich. Aber nicht nur wegen der Entwicklung. Wir unterhalten ein Waren-Logistik-Zentrum und bieten Service-Dienstleistung. An unserer Hotline warten vier Leute nur darauf, dass das Telefon klingelt, um den Kunden bei Bedarf zu unterstützen. In unserem WLZ liegen für zwölf Millionen Euro Teile. Wir haben noch nie einen Kunden enttäuschen müssen, der ein Ersatzteil benötigt. Und zum Teil sind das Kunden, die ihre Maschine seit über 20 Jahren in Betrieb haben. Das sind alles Dinge, die der Kunde mit einkauft, wenn er eine Schubert-Maschine erwirbt.
Sieht das der Kunde genauso, schließlich muss er tiefer in die Tasche greifen?
Schubert: Dazu kann ich eine Gegebenheit erzählen, die für sich spricht. Kürzlich hatten wir einen Kunden zu Gast, der stand vor der Entscheidung eine konventionelle Maschine oder eine Schubert-Maschine zu kaufen. Er war sehr angetan von der Technik, aber der Meinung, dass er die gebotene Flexibilität vermutlich nie benötigt. Nach einigen Diskussionen hat er dann doch bei uns gekauft. Ein paar Monate später meldet sich der Kunde telefonisch und ist überglücklich. Es stellte sich dann heraus, dass kurz nach der Anlieferung unserer Maschine, das Marketing beschlossen hatte, auf ein völlig anderes Verpackungsformat umzustellen. Bei einer konventionellen Maschine hätte er eine zweite Maschine kaufen müssen. Bei uns benötigte er einfach nur einen weiteren Formatsatz. Das sind in meinen Augen Mehrwerte. Betrachtet man Entscheidungen über den Lebenszeitraum einer Maschine, baut Schubert trotz eines höheren Einkaufspreises letztlich die günstigeren Maschinen.
Die neuen TLM-Abfüllmaschinen sind dank der Robotertechnik zwar sehr flexibel, aber nicht so schnell, wie etwa die klassischen Rundfüller.
Schubert: Wenn jemand 100 000 Flaschen in der Stunde abfüllt, wählt er mit Sicherheit nicht unsere Maschinen, sondern einen Rundfüller. Wir bieten schnelle Umstellzeiten für Produzenten, die im niedrigen bis mittleren Leistungsbereich arbeiten und viele unterschiedliche Produkte fahren müssen. Solche Unternehmen können sich keine Umstellzeiten von zwei oder drei Stunden leisten, sonst geht die Effizienz sofort in die Knie.
Was ist eigentlich aus der vor drei Jahren angekündigten schaltschranklosen Maschine geworden?
Schubert: Wir werden Wort halten und stellen zur Interpack den Prototyp das erste Mal der Öffentlichkeit vor. Ganz nach dem Motto – Autos haben ja auch keinen Schaltschrank – hoffen wir mit dieser Entwicklung ein neues Zeitalter in der Branche einzuläuten. Wir sind gespannt auf die Reaktion des Fachpublikums.
Vielen Dank für das Gespräch.
* Das Gespräch führte Anke Geipel-Kern, Stellvertretende Chefredakteurin PharmaTEC.
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