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Krisenprävention

Fünf goldenen Regeln zur Krisenprophylaxe

| Autor/ Redakteur: Tim Wallentin / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Die wenigsten Firmenchefs verschwenden gerne Gedanken an eine mögliche Krise. Doch schon kleinere Schwankungen können schnell zu einer Schieflage führen. Unternehmen sollten deshalb stets auf mögliche Krisen vorbereitet sein, um schnell reagieren zu können.

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Wer auf mögliche Krisen vorbereitet ist, der kann reagieren, bevor ihm das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals steht. Unternehmer sollten deshalb die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens genau kennen.
Wer auf mögliche Krisen vorbereitet ist, der kann reagieren, bevor ihm das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals steht. Unternehmer sollten deshalb die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens genau kennen.
(Bild: © alphaspirit - Fotolia)

Fünf Grundsätze nennt Sanierungsexperte Prof. Lucas Flöther, die jedes Unternehmen beachten sollte, um Krisen schon im Vorfeld zu vermeiden.

Erstens: Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und Krisenmerkmale genau kennen

„Die kenne ich natürlich“, wird jetzt jeder Unternehmer denken. „In meiner Berufspraxis erlebe ich aber Tag für Tag genau das Gegenteil“, unterstreicht Flöther. „Gemeint ist damit, dass ein Geschäftsführer oder Inhaber alle wichtigen Kennzahlen taggenau abrufbar hat.“

Dies gilt insbesondere für alle Verbindlichkeiten und deren Fälligkeiten. Dazu zählen, wie Flöther betont, nicht nur die Kreditoren aus der Offene-Posten-Liste, wie etwa Lieferanten. Auch die Zahlungen an Krankenkassen, das Finanzamt, Arbeitnehmer oder Banken sind entscheidend. Die Laufzeiten von Darlehen sind ebenfalls im Auge zu behalten. „Auf der anderen Seite muss ich aber auch einen genauen Überblick über meine Aktiva haben“, ergänzt Flöther. „Die Forderungen gegenüber Kunden und deren mögliches Ausfallrisiko sind dabei genauso zu beachten wie vorhandene Vermögenswerte.“ Und schließlich, so der Fachmann, gehört auch immer eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung dazu: „Nur wer weiß, ob und mit welchen Produkten oder Prozessen er gerade Gewinne oder Verluste macht, kann schnell handeln, wenn es gilt, kurzfristig Kosten zu reduzieren oder Überschüsse zu realisieren.“

Zweitens: Allen Steuererklärungspflichten nachkommen

Kaum jemand hat gerne mit dem Finanzamt zu tun. Dennoch warnt Flöther davor, die Zusammenarbeit mit der Finanzverwaltung zu vernachlässigen. „Wenn man seinen Steuererklärungspflichten nicht fristgerecht nachkommt, flattert ganz schnell eine Schätzung ins Haus – und die ist in der Regel wesentlich höher als erwartet“, gibt Flöther zu bedenken. Eine Nachzahlung und eine damit oft verbundene zusätzliche Festsetzung von Vorauszahlungen kann ein Unternehmen schnell in eine existenzielle Krise stürzen. Flöther rät deshalb dazu, eng mit dem Finanzamt zusammenzuarbeiten. Dabei hilft vor allem ein Steuerberater – den jedes Unternehmen haben sollte. Dieser kann dann auch sämtliche Korrespondenz mit dem Finanzamt übernehmen. „Der Steuerberater sollte zudem als Früh­warnsystem dienen, das auf Risiken hinweisen kann“, ergänzt Flöther. „Daher ist auch ein lückenloser Austausch mit dem Steuerberater wichtig.“

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