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Krisenprävention

Fünf goldenen Regeln zur Krisenprophylaxe

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Drittens: Nicht zu kurzfristig denken – Investitionen und Privatentnahmen planen

„Ein guter Unternehmer weiß mehrere Monate im Voraus, dass etwa ein Liquiditätsbedarf durch eine größere Investition, Darlehensrück- oder Steuerzahlung ansteht“, so Flöther. Der Experte rät dazu, vorhersehbare Ereignisse immer frühzeitig mit allen Beteiligten zu besprechen. Das heißt insbesondere, Banken oder andere wesentliche Gläubiger rechtzeitig über Vorhaben und etwaige Liquiditätslücken zu informieren. „Kein Kreditinstitut kooperiert, wenn die Probleme mit der Liquidität schon akut sind“, warnt der Experte.

Genauso sollten erwirtschaftete Überschüsse nicht sofort abgeschöpft, sondern im Rahmen einer längerfristigen Planung im Unternehmen eingesetzt werden. „Nur weil gerade Geld da ist, heißt das nicht, dass es auch Sinn macht, dieses wieder direkt auszugeben“, stellt Flöther fest. Für bevorstehende Investitionen oder Zahlungsverpflichtungen gilt es Rücklagen zu bilden. „Dabei reicht es nicht, nur das eigene Geschäft zu betrachten. Man muss auch die Entwicklung der Branche, Geschäftspartner und Kunden im Auge haben.“

Viertens: Eine klare Strategie verfolgen

Viele Unternehmen haben nur ein Ziel: Wachstum. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Es sollte vorher klar sein, mit welchem Ziel man wachsen will und ob das Wachstum einen konkreten Mehrwert bietet. Denn: Wachstum kostet zunächst immer Liquidität. Bei einer unzureichenden Kapitaldecke kann das schnell zu Problemen führen. „Da reicht oft ein kleiner Forderungsausfall und schon steckt ein Unternehmen in einer Krise.“ Flöther rät daher allen Unternehmen, zunächst genau zu definieren, wohin die Reise gehen soll: „Kleine Unternehmen, die bewusst nicht mehr wachsen wollen, können genauso erfolgreich sein wie große.“

Eine erstaunlich große Zahl von Unternehmen verwechselt immer noch Umsatz mit Ertrag. Wachstum ist gut, aber nur wenn auch der Gewinn steigt. Zudem werde oft unterschätzt, welche Folgen die Anschaffung von Vermögenswerten für die Finanzlage hat: Viele Unternehmen bedenken nicht, dass sich ein neuer Vermögensgegenstand nicht sofort als Betriebsausgabe gewinnmindernd auswirkt, sondern nur anteilig über Jahre hinweg abgeschrieben werden kann. Daher der Rat des Experten: „Lieber mieten oder leasen statt kaufen. Oder zumindest über eine Ratenzahlung nachdenken.“

Fünftens: Verträge genau prüfen

Langfristige Verträge bieten Sicherheit – allerdings für beide Seiten. Daher rät Flöther, vor Vertragsabschlüssen stets in Ruhe das Für und Wider abzuwägen. Zum Beispiel sollten sich Unternehmen grundsätzlich nie zu lange vertraglich binden: „Denn wer weiß schon, wie die Situation in einigen Jahren aussieht.“ Ist ein Vertrag erst geschlossen, wird es später schwierig, Kosten einzusparen, etwa durch Entlassungen oder die Kündigung langfristiger Verträge. Flöther: „Ganz im Gegenteil: Es wird eher teurer!“ Denn es fallen in der Regel Abfindungen, Vertragsstrafen oder Schadensersatz an.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Maschinenmarkt.

* Tim Wallentin ist Mitarbeiter bei Möller PR; weitere Informationen: Kanzlei Flöther & Wissing, 06112 Halle, Tel. (03 45) 2 12 22-0, info@floether-wissing.de

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