Fördergurtüberwachung Fördergurt-Lebensdauer verlängert

Redakteur: Sabine Mühlenkamp

Längsschlitze in Fördergurten können teuer werden. Ein System zur Fördergurtüberwachung kann Längsschlitze frühzeitig erkennen und größere Schäden verhindern. Damit lassen sich Reparatur- und Stillstandskosten wie auch Unfallrisiken senken.

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Abb. 2: Die Sendereinheit und der Umdrehungszähler geben ihre Messdaten an die Zentraleinheit weiter. So werden Gurtschäden frühzeitig erkannt.
Abb. 2: Die Sendereinheit und der Umdrehungszähler geben ihre Messdaten an die Zentraleinheit weiter. So werden Gurtschäden frühzeitig erkannt.
(Bild: Contitech)

Vor allem im Bergbau, aber auch in der Holzverarbeitung oder in Recyclinganlagen gelangen immer wieder scharfkantige Gegenstände mit dem Schüttgut auf den Fördergurt. „Wenn sie beim Beladen unglücklich aufkommen, können sie sich verhaken und so den laufenden Fördergurt der Länge nach aufschlitzen. Im schlimmsten Fall droht ein Totalschaden“, weiß Dr. Andreas Jungk, Anwendungstechniker bei der Contitech Conveyor Belt Group.

Mehr Sicherheit vor Ausfällen und teuren Reparaturen bietet das neue elektronische Überwachungssystem „Conti Protect Belt Rip Detection“. Es erkennt Längsschlitze in Fördergurten frühzeitig, hält Schäden gering und senkt zugleich das Unfallrisiko. So können die Fördergurte länger genutzt werden.

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Für die Überwachung sind Leiterschleifen in den Fördergurt einvulkanisiert. Diese Schleifen übertragen ein hochfrequentes Signal zwischen einem Sender und einem Empfänger. Die Empfängereinheit, die vorzugsweise an der Laufseite des Fördergurts angeordnet ist, detektiert schließlich das abgegebene Signal. Wird eine Schleife zerstört, fällt das Signal auf der Empfängerseite aus. Die Anlagensteuerung stoppt den Gurtförderer automatisch. Wie lange die Anlage braucht, um bei einem Nothalt zum Stehen zu kommen, ist entscheidend für den Abstand zwischen den Leiterschleifen, der zwischen 20 und 200 m variieren kann. Bei einer ersten Lernfahrt werden diese Abstände vom System erkannt und gespeichert. Selbst wenn in einzelnen Gurtabschnitten keine Leiterschleifen vorhanden oder defekt sind – beispielsweise durch Zerstörung oder einen Gurtwechsel – arbeitet das System sicher weiter.

Das neue Überwachungssystem überzeugt außerdem durch eine einfache Handhabung. „Die Messdaten der Sendereinheit und des Umdrehungszählers werden schließlich an die Zentraleinheit weitergegeben“, erklärt Dr. Jungk. „Dank schneller Datenverbindungen lassen sich alle Signalabläufe elektronisch abrufen, sodass im Bedarfsfall auf die Qualität der Schleifen geschlossen werden kann.“ Eine Ethernet-Anbindung ermöglicht es zudem, dass das System über PC und über das Internet gesteuert werden kann. Bei vielen Anlagen können sich die Experten des Unternehmens auf Wunsch zur Fernwartung auf das System schalten.

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