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Regenerierung von Katalysatoren Evonik übernimmt Katalysator-Spezialisten Porocel für 177 Millionen Euro

| Redakteur: MA Alexander Stark

Mit der Übernahme des US-Unternehmens Porocel setzt Evonik in der Corona-Krise auf Wachstum. Das Unternehmen mit Sitz in Houston, USA, verfügt über eine Technologie zur hocheffizienten Regenerierung von Entschwefelungskatalysatoren.

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Mit der Übernahme von Porocel will Evonik das Wachstum seines Katalysatorgeschäfts beschleunigen.
Mit der Übernahme von Porocel will Evonik das Wachstum seines Katalysatorgeschäfts beschleunigen.
(Bild: Karsten Bootmann/Evonik)

Essen – Der Spezialchemiekonzern Evonik übernimmt für umgerechnet rund 177 Millionen Euro den Katalysator-Spezialisten Porocel. Die Katalysatoren von Porocel werden im wachsenden Markt für schwefelarme Kraftstoffe verstärkt nachgefragt. Im Vergleich zur Produktion eines neuen Katalysators reduzieren sich die CO2-Emissionen bei der Regenerierung der Entschwefelungskatalysatoren um mehr als 50 %. Zudem verfügt das US-Unternehmen über freie Produktionskapazitäten, wodurch sich Evonik die Chance erschließt, das bestehende Geschäft mit Festbettkatalysatoren schneller auszubauen.

Der Kaufpreis (Enterprise Value) liegt bei dem 9,1-fachen des bereinigten Ebitda des Jahres 2019. Die Transaktion soll zum Ende des Jahres 2020 abgeschlossen werden und steht unter dem üblichen Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Behörden.

Im Geschäftsjahr 2019 erzielte Porocel einen Umsatz von rund 85 Millionen Euro sowie ein Ebitda von rund 19,5 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge liegt mit rund 23 % über dem Margenziel von Evonik von 18 bis 20 %. Porocel hat das Ebitda in den vergangenen drei Jahren signifikant gesteigert, insbesondere durch eine Intensivierung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und die Vermarktung neuer Produkte. Das Unternehmen mit weltweit mehr als 300 Mitarbeitern besitzt Produktionsanlagen in den USA, in Kanada, Luxemburg und Singapur.

Die globale Struktur von Porocel stärkt künftig die weltweite Präsenz der Katalysatoraktivitäten von Evonik. Die Ergänzung des Produktportfolios und insbesondere die Nutzung der freien Produktionskapazitäten sollen Evonik ein erhebliches Wachstumspotenzial eröffnen. Das Unternehmen erhofft sich, den Umsatz des erweiterten Katalysatorgeschäfts auf deutlich über 500 Millionen Euro im Jahr 2025 ausbauen zu können – und das ohne größere Investitionen in neue Kapazitäten.

Katalysatoren spielen für die Herstellung einer Vielzahl von chemischen Produkten sowie umweltfreundlicher Kraftstoffe eine entscheidende Rolle. Der Markt zeichnet sich aus durch ein breites Anwendungsspektrum und ein robustes, wenig zyklisches Wachstum von rund 4 %.

Die Akquisition bietet Evonik Marktzugang zu Großkunden der Raffinerie und Petrochemie. Kernkompetenzen von Porocel liegen in effizienten Aufreinigungstechnologien in den Bereichen Adsorbentien, Schwefelrückgewinnungskatalysatoren und insbesondere Services zur Wiederaufbereitung von gebrauchten Entschwefelungskatalysatoren.

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