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Coriolis-Durchflussmessgeräte Entscheidungen für Coriolis-Durchflussmessgeräte

| Autor/ Redakteur: Cornelia Giebenhain-Wagner / Dr. Jörg Kempf

In der Industrie sind nicht nur besonders zuverlässige Messgeräte gefragt, sondern auch möglichst kompakte. Ein neues Durchflussmessgerät, das nach dem Coriolis-Prinzip misst, ist nicht nur wartungsfrei, sondern benötigt 40 Prozent weniger Platz. Damit lassen sich Geräte in Installationen ersetzen, für die Coriolis-Durchflussmessgeräte aus Platzgründen bisher nicht in Frage kamen.

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Dank ihrer multivariablen Fähigkeiten können Coriolis-Masse-Durchflussmessgeräte auch Messaufgaben bewältigen, bei denen andere Verfahren scheitern.
Dank ihrer multivariablen Fähigkeiten können Coriolis-Masse-Durchflussmessgeräte auch Messaufgaben bewältigen, bei denen andere Verfahren scheitern.
(Bild: ABB)

Mit dem Einsatz des richtigen Durchflussmessgeräts lässt sich viel Geld sparen. Das hat Frank Frenzel, Produktmanager für Coriolis-Masse-Durchflussmessgeräte im Geschäftsbereich Messtechnik-Produkte bei ABB schon häufig erlebt, beispielsweise bei einem Chemieunternehmen, das Säuren in von den Kunden gewünschten Sonderkonzentrationen liefert. Die Berechnung erfolgt dabei nach Gewicht. Bei der ursprünglichen Vorgehensweise wurde eine zuvor bestimmte Säuremenge in einen Tanklastwagen gepumpt und durch Hinzufügen der entsprechenden Wassermenge verdünnt. Der Tank wurde in 40 Minuten vollständig befüllt, Gewicht und Säurekonzentration lagen innerhalb der vertraglich vereinbarten Toleranzgrenzen.

Heute werden die Säuren und Additive mithilfe eines Coriolis-Masse-Durchflussmessgeräts im Inline-Verfahren in einem Durchgang gemischt und in den Tanklastwagen gepumpt. Das Coriolis-Masse-Durchflussmessgerät sorgt dabei durch eine Dichtemessung für die Einhaltung der richtigen Konzentration und bestimmt durch eine Masse-Durchflussmessung das exakte Gewicht.

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Durch diese Prozessoptimierung konnte die Füllzeit je Fahrzeug um die Hälfte reduziert werden. Bei insgesamt 5000 Tankfüllungen pro Jahr bedeutet das eine Zeitersparnis von 1650 Stunden – das entspricht zehn Wochen. Mit dem neuen Durchflussmessgerät konnte das Unternehmen so die Betriebsergebnisse optimieren und dank der Kapazitätssteigerungen zusätzliche Lieferverträge abschließen.

Wie Sie die Auswahl vereinfachen können

Die Durchflussmessung von Flüssigkeiten und Gasen in industriellen Prozessen stellt häufig eine große technische Herausforderung dar. Die Entscheidung für oder gegen ein Verfahren kann den Geschäftserfolg maßgeblich beeinflussen und muss wohl durchdacht sein. Über ein Dutzend Technologien stehen für die Durchflussmessung zur Verfügung – und jede hat ihre Stärken und Schwächen. Bei der Auswahl des geeigneten Verfahrens für eine bestimmte Applikation sind so viele Variablen zu berücksichtigen, dass man häufig Kompromisse machen muss.

Frank Frenzel empfiehlt, die Auswahl zu vereinfachen und anstelle vieler veränderlicher Größen im Wesentlichen folgende drei Standardgrößen zu betrachten:

  • Die Kapazität und der damit verbundene Druckverlust – Sie ist die wichtigste Größe und gibt an, welche Durchflussmenge ein Durchflussmesser einer bestimmten Größe bewältigen kann und welcher Druckverlust dabei auftritt, d.h. welchen Energieverlust die Messung verursacht.
  • Die Genauigkeit – Viele Applikationen erfordern zwar konsistente Messergebnisse, aber nicht alle Messungen müssen notwendigerweise mit der gleichen hohen Genauigkeit durchgeführt werden.
  • Die Abmessungen – Die Größe des Gerätes gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere dann, wenn eine Anlage modernisiert wird und für das neue Gerät nicht mehr Platz zur Verfügung steht als für das zu ersetzende.

Natürlich kommen weitere Überlegungen hinzu: Soll Massedurchfluss oder Volumen gemessen werden? Habe ich wechselnde Medien mit verschiedenen Eigenschaften? Sollen neben dem Durchfluss noch andere Größen wie Dichte oder Temperatur gemessen werden?

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