Am 21. September 2023 wurde der Erweiterungsbau des Synthesetechnikums des Fraunhofer-Pilotanlagenzentrums PAZ in Schkopau eröffnet. Mit der zusätzlichen Fläche und eine Investition von sieben Millionen Euro aus verschiedenen Quellen, fokussiert sich das Zentrum auf energieeffiziente und innovative Polymersynthesen.
Prof. Klingner, Fraunhofer-Forschungsdirektor, Prof. Böker, Leiter des Fraunhofer IAP, Wissenschaftsminister Prof. Willingmann, Dezernentin Kleinert und Prof. Bartke, Leiter des Fraunhofer PAZ weihten gemeinsam den Erweiterungsbau des Fraunhofer PAZ ein.
(Bild: Till Budde/ Fraunhofer IAP)
Der neue Erweiterungsbau des Synthesetechnikums des Fraunhofer-Pilotanlagenzentrums für Polymersynthese und -verarbeitung PAZ in Schkopau wurde am 21. September 2023 feierlich eröffnet. Auf einer zusätzlichen Fläche von ca. 550 m2 bietet das Gebäude Platz für neue Anlagen und Verfahren. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten konzentrieren sich auf innovative Synthesekautschuke und energieeffiziente Syntheseverfahren. Finanziert wurde der Neubau mit rund sieben Millionen Euro aus Mitteln der Europäischen Union (Efre), des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
Das Fraunhofer PAZ in Schkopau bündelt die Kompetenzen der Polymersynthese des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam und der Polymerverarbeitung des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle/Saale in einer gemeinsamen Einrichtung. Mit der Möglichkeit, Prozesse in den industrienahen Technikumsmaßstab zu übertragen, werden hier innovative und maßgeschneiderte Polymerlösungen für verschiedene Industriezweige entwickelt und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt. Das Anwendungsspektrum reicht von (Bio-)Kunststoffen über Elastomere bis hin zu Funktionspolymeren für Anwendungen in Bereichen wie Automobil, Elektronik, Medizintechnik, Verpackung und vielem mehr. Diese polymeren Werkstoffe spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung globaler gesellschaftlicher Ziele wie der Energiewende, der Förderung einer zukunftsorientierten Mobilität und Bioökonomie sowie der Stärkung der Nachhaltigkeit.
Im Bereich Synthese des Fraunhofer PAZ entwickeln die Experten neue Verfahren und Polymermaterialien und übertragen diese vom Labor- in den Technikumsmaßstab. Das neue Gebäude eröffnet dabei eine Vielzahl von Potenzialen.
Nachhaltigere Polymersynthese bis in den Tonnenmaßstab
Prof. Alexander Böker, der Leiter des Fraunhofer IAP, erklärte: „Mit modernsten Pilotanlagen können wir im Fraunhofer PAZ Mustermengen von Polymeren bis in den Tonnenbereich synthetisieren und unterstützen so unsere regionalen, nationalen und internationalen Kunden dabei, neue Produkte und Verfahren voranzutreiben. Damit schlagen wir eine wichtige Brücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung. Besonderen Wert legen wir dabei darauf, nachhaltige Prozesse und Materialien zu etablieren und einen wichtigen Beitrag für eine zukunftsorientierte Kreislaufwirtschaft zu leisten“.
„Neben der Verwendung nachwachsender Rohstoffquellen ist ein zentrales Anliegen für uns, die Ressourcen- und Energieeffizienz unserer Verfahren und Produktionsprozesse zu erhöhen. Dies schließt auch Maßnahmen zur Vermeidung oder zumindest Reduzierung des Einsatzes umweltschädlicher Lösemittel ein. Diese Schwerpunkte bauen wir mit der Erweiterung des Synthesetechnikums deutlich aus und schaffen somit einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der Polymerindustrie“, ergänzte Prof. Michael Bartke, der das Fraunhofer PAZ leitet.
Der Erweiterungsbau bietet eine hochmoderne Infrastruktur und schafft auf zwei Technikumsetagen Platz für neue Anlagen und Verfahren. Die Entwicklungsarbeiten konzentrieren sich auf energieoptimierte Syntheseverfahren und die Weiterentwicklung neuartiger Synthesekautschuke, wie beispielsweise den biomimetischen Bisyka-Kautschuk für Fahrzeugreifen. Dieser erzeugt etwa 30 % weniger Abrieb im Vergleich zu Naturkautschuk und reduziert damit den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt.
Stand: 08.12.2025
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Im Rahmen des Ausbaus der Aktivitäten hat das Fraunhofer IAP im Bereich Synthese sechs neue Stellen am Fraunhofer-Pilotanlagenzentrum PAZ geschaffen. Perspektivisch ermöglicht die Erweiterung den Einstieg in den Parallelbetrieb der Pilotanlage und damit die Erhöhung des Forschungsvolumens.
Eine Besichtigung der Pilotanlagen des Fraunhofer PAZ ist u. a. im Rahmen des Fraunhofer-Technologietags „Scale up Green Chemistry Now“ am 29. November 2023 möglich.