Kraftwerk Kläranlage Energieautarke Abwasserreinigung in der Pharmaproduktion

Autor / Redakteur: Juergen Klemmer / Wolfgang Ernhofer

Mithilfe effizienter Technik nutzt die Abwasserreinigungsanlage des Biotechnologie-Zentrums in Penzberg das Energiepotenzial des Abwassers durch Erzeugung von Biogas und dessen Umwandlung in Strom und Wärme, und erzeugt mehr Energie als sie selbst benötigt.

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(Bild: Roche)

Roche betreibt am Standort Penzberg seit 1978 eine biologische Abwasserreinigungsanlage (ARA) in der alle Abwasserströme des Werkes zentral behandelt und in die Loisach, einen Nebenfluss der Isar, eingeleitet werden (Direkteinleiter). Vier getrennte Kanalsysteme im Werk sorgen dafür, dass die Abwässer bedarfsgerecht und somit mit möglichst wenig Energieeinsatz gereinigt werden. Regenwasser wird separat gesammelt und muss deshalb nicht mitbehandelt werden (naturnahes Regenrückhalte-Becken).

Die ARA ist spezialisiert auf die Abwässer aus der biotechnologischen Produktion am Standort und erfüllt durch ihren Reinigungsprozess ganzjährig die Anforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie (Richtlinie 2006/7/EG). Die Prozesse werden permanent mittels modernster Online-Analytik überwacht.

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Anaerobe Vorstufe und Biogasproduktion

In den Jahren 2005 bis 2009 wurde die ARA zu einer der modernsten Membranbelebungsanlagen Europas umgebaut und erweitert – in Kombination mit einer vorgeschalteten Hochleistungs-Reinsauerstoffbiologie. Auf einer Fläche von lediglich etwa 13 000 m² kann somit Abwasser gereinigt werden, dessen Fracht einer mittleren Stadt entspricht (etwa 115 000 Einwohnergleichwerte). In der Folge wurde die ARA im Jahr 2009 vom Bayerischen Ministerium für Umwelt an die zuständige EU-Behörde in Sevilla gemeldet und in die Liste der Anlagen für „Best Available Technology“ aufgenommen.

In den letzten beiden Jahren wurde die Anlage um eine anaerobe Vorstufe zur Abwasserreinigung sowie zur Produktion von Biogas erweitert. Die Industriekläranlage von Roche Penzberg produziert nach der Erweiterung mehr Energie als sie für die Reinigung der Abwässer aufwendet – sie ist energieautark.

Das Projekt „Anaerobe Abwasserreinigung zur Energieproduktion“ umfasste folgende Schwerpunkte:

  • geändertes Abwasser- und Abfallmanagement durch zusätzliche Einleitung von wässrigen organischen Altlösungsmitteln in die Abwasserbehandlung; hierdurch entfielen die Kosten der Entsorgung für diese Altlösemittel.
  • Bau einer anaeroben Abwasserbehandlungsanlage zur Erzeugung von Biogas;
  • Erzeugung von Strom und Wärme durch Verbrennung des Methangases in einem BHKW mit hocheffizienter Abwärmenutzung;
  • Einspeisung des Stroms in das Werksnetz;
  • Aufbau eines Nahwärmenetzes und Anbindung von Produktionsgebäuden (dadurch Substitution von energetisch hochwertigem Dampf).

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