Skalierbare Fernwirklösungen Drahtlose Vernetzung von Sensoren und Anlagen mithilfe der Telemetrie

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Wollen Anlagenbetreiber den Zustand oder bestimmte Werte fernliegender Pumpen, Kompressoren oder Silos abfragen, müssen sie oft auf Wartungspersonal oder aufwändige Modem-SPS-Lösungen zurückgreifen. Nun steht ein skalierbares Fernwirkkonzept auf I/O-Ebene zur Verfügung.

Firmen zum Thema

Das To-Pass Fernwirkmodul 761
Das To-Pass Fernwirkmodul 761
( Bild: PROCESS )

Um optimale Prozessführung und Anlagensicherheit gewährleisten zu können, sind Betreiber auf eine umfassende und aktuelle Datengrundlage angewiesen. Aufgrund ihrer aufwändigen Einbindung entziehen sich fernliegende Anlagen und Sensoren häufig dem Zugriff. An dieser Stelle setzt das skalierbare Fernwirkkonzept To-Pass von Wago an. Es besteht aus autarken Störmeldern mit GSM-Anbindung, optionalem IP66-Schutz und einer Fernwirk-SPS mit Anschluss an das eigene I/O-System. Mithilfe der Module lassen sich beispielsweise abgelegene Pumpstationen überwachen. Die permanente Überwachung der Schaltzyklen erlaubt einen bedarfsgerechten Service. „Daten wie Druck oder Durchsatz müssen nicht mehr extra abgefragt werden, da eine ständige Verbindung zur Anlage besteht“, hebt Ulrich Hempen, Chef der Prozesstechnik bei Wago, die Vorteile des Konzeptes hervor. Die erforderlichen Daten werden in einem vorab festgelegten Zyklus auf einen frei wählbaren Webserver über GRPS übertragen. Messwerte können dort in einer SQL-Datenbank abgelegt werden. Somit entfallen dezentrale Datenlogger, und das umständliche Anwählen und Auslesen der Messstellen. Visualisierungen der Messwerte erfordern keine überlagerten Systeme, sondern können direkt auf dem WEB-Server kennwortgeschützt hinterlegt werden. Für die Fernparametrierung sind eine bidirektionale SMS-Kommunikation und CSD-Wählverbindung vorgesehen. Via Modbus ist selbst eine direkte Kommunikation möglich.

Die Fernwirkmodule sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich:

Bildergalerie
  • Das Fernwirkmodul 761 benötigt 109 mm auf der Tragschiene und enthält Datenspeicher, Ein- und Ausgänge sowie ein GSM-Modem. Übertragen werden die Prozesswerte über Internetserver oder SMS. Störmeldungen können zusätzlich per E-Mail, Fax oder Anruf abgesetzt werden. Die selbsterklärende Bediensoftware hält die Handhabung einfach. Die kleine S-Version bietet vier digitale und zwei analoge Eingänge sowie vier digitale Ausgänge. Die Variante M ist mit je acht digitalen und analogen Eingängen sowie vier digitalen und zwei analogen Ausgängen ausgerüstet.
  • Für schaltschranklose Anwendungen und den Einsatz im Freien ist ein vorkonfektioniertes IP66-Gehäuse verfügbar. Sein Weitspannungseingang ist für einen Bereich von 115 bis 230 VAC ausgelegt, ein Akku überbrückt eventuell auftretende Netzausfälle. Optional ist ein autarker Solarbetrieb möglich. Temperaturen unter –20 °C gleicht die eingebaute Heizung aus. Auch eine GSM-Antenne ist bereits integriert.

Auch ein Fernwirkcontroller für das I/O-System ist erhältlich. Zusammen mit den Ein- und Ausgangsklemmen der Serien 750 und 753 lassen sich mit ihm Fernwirkunterstationen realisieren. Die Prozessdatenübertragung erfolgt gemäß IEC608705-5-101/-104. „Damit haben wir vom Störmelder bis zur Fernwirk-SPS eine skalierbare Lösung, die das Beobachten und Bedienen fernliegender Anlagen und Sensoren erlaubt“, zeigt sich Hempen zufrieden.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:246996)