Jubiläum Diosna: 125 Jahre Maschinen für die Pharmazie

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Diosna ist heute ein Name, der im pharmazeutischen Apparatebau für Konzepte wie das Granuliersystem CGS steht. Vor 125 Jahren legten zwei findige Geschäftsleute den Grundstein für den heutigen Erfolg und starteten mit dem Bau von Knetern für Bäckereien.

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Der Minilab XP Wirbelschichtprozessor ist für Laboranwendungen konzipiert. (Bild: Diosna)
Der Minilab XP Wirbelschichtprozessor ist für Laboranwendungen konzipiert. (Bild: Diosna)

Willenskraft, Fleiß, Ideen und nur wenig mehr als eine Null hinter dem Vermerk Startkapital standen auf der Liste, als Friedrich Dierks zusammen mit seinem Freund Justus Möllmann 1885 in Osnabrück die Firma Dierks & Co. gründete. Bereits ein Jahr danach konzentrierten sich die beiden Geschäftsleute auf die Milchwirtschaft und kleine Bäckereien und legten den Grundstein für den heutigen Erfolg im pharmazeutischen Anlagenbau.

Bereits wenige Jahre nach der Gründung beschäftigte sich das Unternehmen mit der Entwicklung von Teigzubereitungsmaschinen. Der Durchbruch gelang mit dem ersten Hubkneter überhaupt, der 1911 beim Kaiserlichen Patentamt angemeldet wurde. Der 1. und der 2. Weltkrieg verursachten schwere Rückschläge. Aber ab 1951 entwickelte sich das Unternehmen, das inzwischen als Dierks & Söhne firmierte, sprunghaft nach oben.

Allein bis 1958 konnte der Umsatz verfünffacht werden. Mit dem Auftrag zur Entwicklung eines schnellen Mischers für die Kunststoffindustrie begann der Start in neue Branchen, und so wurde die Pharmaindustrie aufmerksam. Unter dem Markennamen Diosna (Dierks & Söhne Osnabrück) ist der Mischer heute das Synonym für Mischgranulatoren in der Pharmaindustrie. Die Sparte Pharmazie bildete sich zur zweiten Säule des Unternehmens aus.

Heute entwickelt Diosna modulare und platzsparende Konzepte für die Pharmaindustrie, wie etwa das kompakte Granuliersystem CGS. Statt der Konfiguration von Einzelanlagen, wie Mischer, Wirbelschichttrockner und pneumatischem Fördersystem, sind beim CGS alle Module optimal auf einer kompakten Grundkonstruktion platziert. Neben der durchschnittlichen Einsparung an Stellfläche von 25 Prozent reduzieren sich auch die Investitionskosten erheblich.

„Prozesse mit dem Kunden gemeinsam zu entwickeln und eine nachhaltige Betreuung zu gewährleisten, ist unsere Maxime“, erläutert Geschäftsführer Dr.-Ing. Wolfgang Eißer. Zu den Innovationen zählt auch das patentierte Cleaning-In-Place-Produktfiltersystem, das anlässlich eines umfangreichen Kundenauftrages zur Serienreife entwickelt wurde. Die Intensivreinigung der Filter kann innen wie außen in der geschlossenen Anlage erfolgen.

Versuche im Technikum

In enger Kooperation mit der Kundschaft werden im hauseigenen Technikum Versuche durchgeführt und die Prozesse im Labor abgebildet. Für die späteren Anlagenkonfigurationen können diese Ergebnisse zuverlässig auf den realen Maßstab übertragen werden. „Im Anlagenbau sehen wir Zuwachs. Damit verbunden werden wir auch unsere Serviceleistungen weiter ausbauen und vorbeugende Wartungsmaßnahmen entwickeln“, so Eißer.

Obwohl die Investitionen der Pharmabranche in Deutschland eher stagnieren, kommen vermehrt Forschungs- und Entwicklungsaufträge nach Osnabrück. „Der Bedarf an geschlossenen Systemen für mehr Sicherheit von Mensch und Verfahren nimmt zu“, erklärt Eißer. Der Einsatz hochwirksamer Substanzen erfordert Online-Analyseverfahren, die die Bestimmung von z.B. Granulatgröße oder -restfeuchte ohne Probleme bei geschlossener Anlage ermöglichen. Schon aufgrund der Arbeitssicherheit für die Anlagenbediener müssen diese Analyseverfahren forciert werden.

Die Tablette als ideale Darreichungsform ist laut Eißer weiter auf dem Vormarsch. Allerdings werden die Produktionsstätten zunehmend in wirtschaftlich interessantere Länder verlagert, da die nicht enden wollenden Diskussionen über Gesundheitskosten kaum Alternativen aufzeigen. „Da kommt es umso mehr auf die Forschungsleistungen europäischer Hersteller an. Daran werden wir partizipieren“, gibt sich Eißer zuversichtlich.

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