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Membranen in der Biogas-Aufarbeitung
Membran-Trennverfahren kommen auch zur Biogasreinigung in Frage, wie die B.I.G. Biogas berichtet. Dabei macht man sich die unterschiedliche Molekulargröße von CO2 und Methan zunutze. Die qualitativ unterschiedliche Permeabilität ermöglicht die Abtrennung von CO2 unter hohem Überdruck in einem Molekularmodul. Da CO2 wesentlich schneller als Methan durch Membranen dringt, fällt der Produktstrom (Methan) hochdruckseitig als Retentat an. Bei nassen Verfahren wird das CO2 an der Membran abgetrennt und anschließend von einer Absorptionsflüssigkeit aufgenommen; trockene Verfahren setzen ausschließlich auf den Membrantrenneffekt. Hohe Methanerträge setzen den zweistufigen Prozess eines nassen Trennverfahrens voraus, erfordern jedoch höhere Investitionskosten.
Air Liquide setzt Membranen in der Luftzerlegung ein: Durch in Modulen zusammengefasste Hohlfasermembranen wird Druckluft geleitet. Dabei dringen Sauerstoff, Wasserdampf und Kohlendioxid durch die Membran hindurch; sie werden als Restgas abgeleitet. Am Modulausgang tritt der trockene Stickstoff als Produkt aus. Die Einstellung des Drucks im Modul reguliert die Stickstoffreinheit.
Solche Membransysteme produzieren Stickstoff in Mengen von 40 bis 1000 m³ pro Stunde bei variierender Reinheit von 90 bis 99,5 Prozent. Aktuell betreibt Air Liquide in Deutschland über 90 Membrananlagen. Die Technik könne bei Veränderung der Versorgungssituation kurzfristig angepasst werden, sagt das Unternehmen.
Prozessintensivierung mit Membranen
Am Institut für Biopharmazeutische Technologie IBPT der Fachhochschule Gießen-Friedberg finden Membranen Einsatz bei Verfahrensentwicklungen zur Virusanreicherung und Virusentfernung bei biopharmazeutischen Produkten, bei der Entwicklung integrierter Verfahren zur Gewinnung retroviraler Partikel für die Gentherapie sowie bei der Verfahrensentwicklung zur Gewinnung von Produkten aus natürlichen Ressourcen und der Entwicklung innovativer Reaktionssysteme für die enzymatische Synthese von funktionellen Lebensmittelzusatzstoffen. Darüber hinaus werden am IBPT Membranverfahren auch genutzt, um Wasser aufzubereiten und biologisch schwer abbaubare organische Substanzen abzutrennen.
Aktuelle Projekte dort sind:
- biokatalytische Membran-Reaktor-Systeme: kontinuierliche Synthese von Galacto- und Fructo-Oligosacchariden (GOS und FOS);
- die energieeffiziente Herstellung von Micro-/Nano-Emulsionen sowie von Solid Lipid Nanoparticles (SLN) mit Membranen;
- Charakterisierung und Validierung der Virusabreicherung und Viruskonzentrierung durch Membranfiltration und Membranchromatographie;
- Entwicklung eines Membranbioreaktor-Systems mit getauchten keramischen Flachmembranen für die kontinuierliche Herstellung organischer Säuren.
Fazit
Membran-Trennverfahren zeichnen sich durch vergleichsweise niedrige Energiekosten, einen produktschonenden Betrieb und nicht zuletzt durch eine hohe Reinheit bei guter Ausbeute aus. Ein wesentlicher Vorteil von Membrananlagen ergibt sich auch aus deren kompakter und häufig modularer Bauweise. Stand der Technik sind Membran-Trennverfahren in allen Bereichen der Wasser- und Abwasseraufbereitung. Sie eignen sich zudem in besonderer Weise für die biotechnologische Verfahrenstechnik: Die Produkte liegen dort in der Regel stark verdünnt vor; häufig handelt es sich um sehr komplexe Produktgemische.
* Der Autor ist freier Mitarbeiter bei PROCESS.
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