Chemieindustrie auf der K 2013

Die Leitmesse der Kunststoffindustrie im Zeichen funktionaler Materialien und Systemlösungen

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So will Bayer jetzt CO2 aus Abgas zur Herstellung von Kunststoffen verwenden. Nach ersten Pilotversuchen soll eine 2000 t/a Anlage zur Fertigung von Polyolen die Wirtschaftlichkeit der Methode demonstrieren. Anschließend könne die Technologie interessierten Partnern angeboten werden. „Indem wir unseren Traum teilen, teilen wir seinen Wert”, erläutert Thomas. Der Aspirin-Erfinder als Technologielizenzgeber – hat die traditionelle Chemie ausgedient?

Chemie lässt die Muskeln spielen

Nicht doch: Die globalen Megatrends werden nicht ohne neue Technologien zu haben sein. Leichtbau und Dämmstoffe helfen Energie und Rohstoffe zu sparen. Kühlsysteme und Isolationslösungen sichern Nahrungsmittel für Millionen – und die wachsende Mittelklasse der Schwellenländer befeuert den Wunsch nach mehr Komfort im Alltag. In vielen Fällen sind Materialien und Werkstoffe zentrales Element dieser Visionen – und Kunststoffe an vorderster Front.

So wird auch die K 2013 zur Muskelschau der Kunststoffbranche: Neue Materialien, innovative Anwendungen oder aufsehenerregende Prestigeprojekte – die Chemieriesen trumpfen auf. Zwar entfällt der Löwenanteil der Standfläche schon beinahe traditionell auf Zulieferer und Maschinenbauer, doch bilden Kunststoffproduzenten die zweitgrößte Ausstellergruppe. Auf rund 38 000 m2 zeigt die Industrie, wie sie den Herausforderungen der Zukunft begegnen will. Dass dabei spektakuläre Exponate im Mittelpunkt stehen, überrascht kaum – doch auch alternative Werkstoffe oder maßgeschneiderte Systemlösungen für Wachstumsbranchen demonstrieren das Innovationspotenzial der Branche.

Geschäumt oder gerührt?

Ein solcher Wachstumsmarkt ist die Windenergie: Um durchschnittlich sieben Prozent kann die Branche jedes Jahr weltweit zulegen. Jetzt hofft die Chemieindustrie, dass immer größere Rotoren und Turmbauten neue Materialien und Beschichtungen benötigen: Die BASF sieht hier ein großes Potential für ihre Baxxodur–Zweikomponenten-Epoxidharz-Systeme sowie Kerdyn, einen Strukturschaum auf Polyethylenterephthalat-Basis. Damit, so Brudermüller, wären bis 2020 Umästze von 300 Millionen Euro möglich. Für die diesjährige K ist das aber noch Zukunftsmusik: Hier setzt der Chemieriese auf Kunststoff zum Anfassen.

So wird der welterste TPU-Schaum präsentiert, der für die Sohle von Adidas-Laufschuhen verwendet wird. Materialen wie Ultracom für die Autoindustrie oder Polyamid im Extrusionsblasverfahren sollen neue Anwendungen und Märkt erschließen. Und während sich PET-Kunststoffe trotz sortenreiner Sammlung im Abfall bisher nur schlecht recyceln ließen – da der Bruch der Polymerketten das Schmelzverhalten beeinflusst –, ermöglichen neuartige Additive sogar ein ‚Upcycling‘ des Plastikmülls, sprich die Herstellung von Kunststoffen mit verbesserten Eigenschaften aus Abfällen.

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