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SVK-Technologie Deutscher Innovationspreis: Energiesparende Chlorproduktion von Covestro im Finale

Redakteur: MA Alexander Stark

Die Jury des Deutschen Innovationspreises hat Covestro für die Entwicklung einer neuartigen Technologie zur Chlorproduktion – der Sauerstoffverzehrkathode (SVK) – als einen von drei Finalisten in der Kategorie „Großunternehmen“ honoriert. Mit dem Preis werden herausragende, zukunftsweisende Innovationen deutscher Unternehmen ausgezeichnet, die mit ihrer Innovationskraft Märkte und Branchen verändern. Er wird unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums von dem Magazin Wirtschaftswoche, dem Beratungsunternehmen Accenture und dem Energieversorger EnBW verliehen.

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Energiesparende Chlorproduktion on Covestro
Energiesparende Chlorproduktion on Covestro
(Bild: Covestro)

Leverkusen – Die unabhängige Fachjury des Deutschen Innovationspreises hat den diesjährigen Gewinner der renommierten Auszeichnung bekannt gegeben. Als Gewinner ging das Unternehmen Dürr hervor. Mit seiner energiesparenden SVK-Technologie gelang auch Covestro der Sprung in den Kreis der Besten.

Die SVK-Technologie haben Covestro-Mitarbeiter Andreas Bulan und sein Team gemeinsam mit Thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers federführend entwickelt. Sie basiert auf dem gängigen Membranverfahren, bei dem aus Steinsalz, Wasser und elektrischer Energie Chlor, Natronlauge und Wasserstoff gebildet werden. Bei dem SVK-Verfahren wird die übliche wasserstoffer-zeugende Elektrode durch eine Sauerstoffverzehrkathode ersetzt. Hierdurch wird die Entstehung von Wasserstoff unterdrückt, es entstehen nur noch Chlor und Natronlauge.

Event-Tipp der Redaktion – Prozessindustrie auf dem Weg zur CO2-Neutralität

Das 6. Energy Excellence Forum 2020 am 17. Juni 2020 im VCC in Würzburg begleitet als praxisnahe Innovationsplattform die Prozessindustrien auf ihrem Weg in die CO2-Neutralität. In der eintägigen Veranstaltung erhalten die Teilnehmer in Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops praxisnahe Impulse für die Umgestaltung ihrer Produktionsprozesse. Experten diskutieren aktuelle Entwicklungen zeigen Lösungsansätze, Best Practices und Erfolgsfaktoren auf, die jetzt wichtig sind. Ebenso stehen technologische Entwicklungen sowie Förderungen und rechtliche Rahmenbedingungen im Fokus der Veranstaltung.

Das Besondere: Die hierfür benötigte Spannung beträgt nur noch etwa zwei statt drei Volt. Der Energieverbrauch und CO2-Ausstoß werden um bis zu 25 % gesenkt. So kann der stetig wachsende Bedarf für die Basischemikalie Chlor deutlich ressourcen- und umweltschonender als bisher gedeckt werden kann. Und nicht nur das: Bei gleicher Anlagengröße kann mit dem neuen Verfahren eine um etwa 30 % höhere Chlormenge erzeugt werden.

Weltweit werden derzeit jährlich etwa 80 Millionen Tonnen Chlor produziert – Tendenz steigend. Würde diese komplett auf Basis der SVK-Technologie erfolgen, ließen sich weltweit rund 35 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Zugleich geht das Potenzial der Technologie weit über die Herstellung von Chlor hinaus: Sie kann unter anderem auch bei stationären Energiespeichern, zur verbesserten Stromerzeugung aus Wasserstoff oder zur dezentralen Wasseraufbereitung eingesetzt werden. Covestro setzt die SVK-Technologie in einer Chlor-Produktionsanlage in Krefeld-Uerdingen ein und errichtet aktuell am spanischen Standort Tarragona die erste Großproduktionsanlage auf Basis der SVK-Technologie.

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