Indische Chemieindustrie

Der Lockruf Indiens

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Nicht ohne Risiko ist auch die Abhängigkeit der indischen Wirtschaft von Erdölexporten, da das Land selbst kaum eigene Erdölvorräte hat. Das macht nicht nur die Versorgung mit Basischemikalien, sondern auch die Energieversorgung teuer, die auch noch an anderen Stellen gelegentlich klemmt, wie BASF-Expertin Brand erzählt – instabile Netze und Stromausfälle ziehen oft genug Produktionsausfälle nach sich. Kummer bereitet ihr auch, dass jeder Chemikalientransport eine logistische Meisterleistung ist und gelegentlich bis zu eine Woche dauert, da ein Pipelinenetz „quasi nicht existent“ ist.

Unterschiede akzeptieren

Ein nicht zu unterschätzender Grund, warum sich manche Unternehmen in Indien schwer tun, sind die kulturellen Unterschiede, auch oder gerade weil diese zum Teil durch das Auftreten der an europäischen Universitäten erzogenen Marktteilnehmer überdeckt werden. Das wurde in dem VCI-Workshop überdeutlich. Vor allem die Familie sei in der indischen Industrie immer präsent und von sehr viel größerer Bedeutung als etwa in einem deutschen Familienunternehmen, betont KMPG-Experte Hosangady. Und Halder plädiert dafür, dass gerade Deutsche die Langsamkeit, mit der in Indien manches von statten gehe, akzeptieren.

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