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Digitalisierung in der Chemieindustrie Der größte Chemiekonzern der Welt und die Digitalisierung: Was steckt hinter BASF 4.0?

Industrie 4.0 in der Chemieindustrie nimmt Konturen an. Was hat die Chemie davon? Wie geht die BASF mit der Digitalisierung um? Und wie profitieren die Kunden? Antwortversuche gab’s in München auf einem PWC-Symposium, auf dem die BASF ihre 4.0-Strategie vorstellte. Wichtiger Aspekt ist die Digitale Anlage.

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BASF will künftig zu jeder realen Anlage ein vollständiges digitales Abbild erstellen.
BASF will künftig zu jeder realen Anlage ein vollständiges digitales Abbild erstellen.
(Bild: Jamrooferpix/Fotolia.com)

In der Chemieindustrie hat die große Suche begonnen. Diesen Eindruck gewinnt, wer dieser Tage Konferenzen besucht und den Protagonisten bei BASF, Evonik, Merck oder Bayer lauscht. Was bedeutet Industrie 4.0 für die Chemie? Wie kann die Branche von der Digitalisierung profitieren? Welche Geschäftsmodelle eröffnen sich? Und wie kann sich die Chemie in die digitalen Wertschöpfungsketten ihrer Kunden integrieren?

Um solche Fragen kreisten die Vorträge und Diskussionen des Symposiums, das PWC Strategy& und die TU München kürzlich auf dem Münchner Campus veranstaltet haben. Wie nimmt man 100.000 Menschen mit auf die Reise? Awareness schaffen, auf diese Formel bringt Dr. Frithjof Netzer seine Aufgabe beim Chemieriesen BASF. Er leitet dort als Senior Vice President BASF 4.0 ein 25-köpfiges Team und sein Job ist es, Industrie 4.0 für die BASF-Bereiche zu übersetzen.

Mehrwert schaffen

Eine seiner wichtigsten Erkenntnisse: Digitalisierung verwischt Branchengrenzen – vor allem die zwischen Chemie und den Kundenbranchen, weshalb der Konzern es schaffen muss, sich stärker als bisher in die Wertschöpfungskette der Endkunden einzuklinken. „Alle unsere Aktivitäten zielen darauf ab, Mehrwert für den Kunden zu schaffen, indem Produkte und Services digital ergänzt werden“, erklärt er. Wie genau solche digitalen Zusatzleistungen aussehen können, dafür gibt es bislang auch bei der BASF keine Blaupause.

Aber einen strukturierten, vierphasigen Prozess, den sich der Konzern unter dem Markenzeichen Innorate hat patentieren lassen und der in den kommenden Jahren für ein gehöriges Umsatzplus sorgen soll. Ein Kernelement der BASF 4.0-Initiative ist die „Digital Plant“. In Zukunft soll bei der BASF zu jeder realen Anlage ein vollständiges digitales Abbild aus intelligent vernetzten Dokumenten sowie einem 3D-Modell verfügbar sein. Dieses digitale Abbild, das mit dem ersten gespeicherten Datum einer Anlage beginnt, überspannt den gesamten physischen Anlagenlebenszyklus und ist damit deutlich mehr als ein reines Planungsinstrument.

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