Kreislaufwirtschaft Chemisches Kunststoffrecycling: Es gibt noch einiges zu tun

Redakteur: Alexander Stark

Um eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu etablieren ist chemisches Recycling unverzichtbar. Doch damit die Verfahren in den industriellen Einsatz kommen können, bleibt noch einiges zu tun. Eine forschungspolitische Empfehlung von VCI, Dechema und PED skizziert die entsprechenden Rahmenbedingungen.

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Für die großtechnische Anwendung des chemischen Kunststoffrecyclings sind noch einige Hürden zu überwinden.
Für die großtechnische Anwendung des chemischen Kunststoffrecyclings sind noch einige Hürden zu überwinden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Frankfurt am Main – Der Verband der Chemischen Industrie (VCI), Dechema und Plastics Europe Deutschland (PED) schlagen in einem gemeinsamen Papier Wege zur Umsetzung des chemischen Recyclings vor und sprechen sich für eine gezielte Forschungsförderung im Zusammenhang mit Wasserstofftechnologien aus.

Die Experten plädieren dafür, mechanisches und chemisches Kunststoffrecycling als komplementäre Verwertungswege zu betrachten. Je nach Kunststoffqualität und -zusammensetzung können dabei unterschiedliche Technologien vorteilhaft sein. Um die besten Verwertungswege zu identifizieren, müssen Abfallwirtschaft und chemische Industrie eng zusammenarbeiten.

Erste Pilotvorhaben zum chemischen Recycling laufen bereits; für die großtechnische Anwendung seien allerdings noch einige Hürden zu überwinden, wie die Autoren feststellen. In dem Papier formulieren sie Anregungen für die Initiierung von Forschungsprogrammen der Bundesministerien, aber auch für Aktivitäten der beteiligten Organisationen und ihrer Mitglieder.

Vor allem an der Schnittstelle zwischen Wasserstofftechnologien und chemischem Kunststoffrecycling besteht noch Forschungs- und Entwicklungsbedarf. So wird für das chemische Recycling Wasserstoff benötigt, der unter Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Hier sehen die Autoren Anknüpfungspunkte zu bereits bestehenden Maßnahmen der Bundesregierung und der Bundesministerien zur Förderung von Wasserstofftechnologien, insbesondere beim Einsatz von Wasserstoff zur Erzeugung von Rohstoffen aus CO2 über „Power-to-X“-Prozesse.

Weiteren Forschungs- und Förderbedarf sehen die Autoren vor allem bei der Weiterentwicklung der Technologien für die Pyrolyse von Abfällen. Außerdem würden dringend Demonstrations- und Pilotanlagen benötigt, die die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Branchen berücksichtigten. Um regulatorische Rahmenbedingungen beispielsweise aus dem Abfallrecht in der großtechnischen Praxis im „geschützten Raum“ zu prüfen, wird die Einrichtung von

„Reallaboren“ vorgeschlagen. Auf Basis der dort gewonnenen Erkenntnisse könnten die Rahmenbedingungen so angepasst werden, dass chemisches Recycling zur ergänzenden Option einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft werden würde, so die Studien-Urheber.

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