Arzneimittelentwicklung Boehringer Ingelheim und Microsoft prüfen KI-Modelle für klinische Studien

Quelle: Pressemitteilung dpa 2 min Lesedauer

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Digital Patient Twins sollen Krankheitsverläufe simulieren und die Planung klinischer Studien unterstützen. Grundlage sind unter anderem klinische Daten. Zum Start steht die Lungengesundheit im Fokus; auch der Einsatz synthetischer oder hybrider Kontrollarme soll geprüft werden.

Boehringer Ingelheim und Microsoft prüfen, ob Digital Patient Twins die Planung klinischer Studien und die Evidenzgenerierung unterstützen können.(Bild:  Boehringer Ingelheim / Sven Wolf)
Boehringer Ingelheim und Microsoft prüfen, ob Digital Patient Twins die Planung klinischer Studien und die Evidenzgenerierung unterstützen können.
(Bild: Boehringer Ingelheim / Sven Wolf)

Boehringer Ingelheim und Microsoft haben eine strategische Zusammenarbeit zur Erforschung KI-gestützter Ansätze in der klinischen Entwicklung angekündigt. Im Mittelpunkt stehen Digital Patient Twins: computergestützte Modelle, die klinische und weitere relevante Daten nutzen, um mögliche Krankheitsverläufe und Behandlungsergebnisse unter verschiedenen Bedingungen zu simulieren.

Die Partner wollen untersuchen, wie sich solche Modelle für die Vorhersage von Krankheitsverläufen und für die Planung klinischer Studien einsetzen lassen. Dazu gehört auch die Frage, ob Simulationen sogenannte Synthetic oder Hybrid Control Arms unterstützen können. Bei synthetischen Kontrollarmen kommen vorhandene Daten anstelle einer klassischen Kontrollgruppe zum Einsatz. Hybride Ansätze kombinieren solche Daten mit einer konventionellen Kontrollgruppe.

Weniger Studienteilnehmer benötigt

Ziel der Forschung ist es, zu prüfen, ob sich damit Studiendesigns verbessern und klinische Evidenz effizienter gewinnen lassen. Dadurch könnten mehr Studienteilnehmer von neuen Behandlungen profitieren und innovative Medikamente schneller für Patienten verfügbar werden. Insgesamt könnten die Modelle so dazu beitragen, die klinische Forschung und Arzneimittelentwicklung effizienter zu gestalten. Mithilfe klinischer und weiterer Daten könnten diese computergestützten Modelle die klinische Forschung und Evidenzgenerierung verbessern.

Boehringer Ingelheim und Microsoft wollen gemeinsam die wissenschaftliche und technische Machbarkeit des Ansatzes in verschiedenen Krankheits- und Therapiegebieten prüfen – mithilfe von Modellierung, Prototyping und Evidenzgenerierung. Den Anfang macht der Bereich Lungengesundheit.

KI-Transformation in der gesamten Organisation

Boehringer Ingelheim will sich nach eigenen Angaben zu einem Frontier-AI-Unternehmen entwickeln und KI entlang der gesamten Wertschöpfungskette verankern. Aufbauend auf einer der größten Microsoft 365 Copilot-Bereitstellungen in der Pharmaindustrie verbindet das Unternehmen einen breiten Zugang für Mitarbeiter mit rollenspezifischen Anwendungsfällen, gezielter Kompetenzentwicklung, klaren Governance-Strukturen und einer sicheren technologischen Basis.

Die Partnerschaft umfasst darüber hinaus die Modernisierung von Sicherheits- und Rechenzentrumsinfrastrukturen und unterstützt damit den Aufbau einer sicheren, resilienten und zukunftsfähigen technologischen Grundlage für KI-gestützte Innovationen. Gemeinsam werden potenzielle Entwicklungsprojekte in weiteren Bereichen geprüft, darunter Tiergesundheit, Geschäftsprozesse und Technologieinfrastruktur.

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