Rohstoffversorgung für die Chemieindustrie BASF: Spezialschiffe sollen Niedrigwasser seinen Schrecken nehmen

Redakteur: Bernd Maienschein

Einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit mit Rohstoffen sollen neue Niedrigwasser-Schiffe für den BASF-Standort Ludwigshafen am Rhein leisten. Gegenüber konventionellen Binnenschiffen können die Neuen mit wenig Tiefgang wesentlich mehr transportieren.

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Rendering des Flaggschiffs der neuen Niedrigwasserschiffe: das von BASF mitentwickelte Tankschiff Canaletto der Reederei Gefo.
Rendering des Flaggschiffs der neuen Niedrigwasserschiffe: das von BASF mitentwickelte Tankschiff Canaletto der Reederei Gefo.
(Bild: Technolog)

Die drei Neubauten, die eine über Time-Charter-Verträge sowieso schon bestehende Flotte erweitern, kommen dem Ziel der Binnenschiff-Logistik von BASF entgegen, die Versorgung des Standorts in Ludwigshafen sicherzustellen. Konkret geht es um ein neues Niedrigwasser-Tankschiff, ein Gas-Tankschiff sowie ein weiteres Niedrigwasser-Spezialschiff.

Der Einsatz dieser Spezialschiffe ist der finale Schritt in der Umsetzung unseres Stufenplans, den wir unverzüglich nach der extremen Trockenheit im Sommer und Herbst 2018 gefasst haben.

Dr. Uwe Liebelt, President European Verbund Sites BASF

2019 hatte BASF schon Schiffe, die auch bei Niedrigwasser noch nennenswerte Mengen transportieren können, fest angemietet, was auch weiterentwickelt werden soll. Um Lücken in der Versorgungssicherheit zu schließen, hatte der Chemieriese aber gemeinsam mit anderen Partnern die Entwicklung der jetzt im Bau befindlichen niedrigwassertauglichen Binnenschiffstypen angestoßen.

Widerstandsfähig gegen langanhaltendes Niedrigwasser

BASF hat neben der Absicherung seiner Transportkapazitäten eine Reihe weiterer Maßnahmen in Angriff genommen, seine Versorgung resilienter zu machen. Gemeinsam mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde hat man beispielsweise ein digitales Frühwarnsystem für Niedrigwasser installiert, das eine Vorwarnzeit von bis zu sechs Wochen garantiert. Um auf alternative Verkehrsträger wie beispielsweise die Bahn umsteigen zu können, wurden Ladestellen bei ausgewählten Produktionsbetrieben umgebaut und erweitert. Und schließlich ist der Chemiekonzern Mitunterzeichner des Anfang Juli 2019 vorgestellten Aktionsplans „Niedrigwasser Rhein“ des Bundesverkehrsministeriums. Die Schiffbarkeit des Flusses soll in den kommenden Jahren mithilfe verschiedenster Maßnahmen verbessert werden.

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