Pyrolysetechnologie BASF, Quantafuel und Remondis kündigen Zusammenarbeit bei chemischem Recycling von Kunststoffabfällen an

Redakteur: Alexander Stark

Die drei Unternehmen BASF, Quantafuel und Remondis haben eine Absichtserklärung zur Prüfung einer Zusammenarbeit beim chemischen Recycling unterzeichnet. Darin geht es unter anderem um die Möglichkeit einer gemeinsamen Investition in eine Pyrolyseanlage für Kunststoffabfälle.

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BASF, Quantafuel und Remondis wollen beim chemischen Recycling von Kunststoffabfällen zusammenarbeiten.
BASF, Quantafuel und Remondis wollen beim chemischen Recycling von Kunststoffabfällen zusammenarbeiten.
(Bild: BASF)

Ludwigshafen – Jährlich fallen in Europa knapp 20 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an, die noch nicht recycelt werden. Durch die Etablierung des chemischen Recyclings als eine zum mechanischen Recycling komplementäre Lösung wird es möglich, insgesamt mehr Kunststoffabfälle in den Stoffkreislauf zurückzuführen, die andernfalls energetisch verwertet werden. Mit der Pyrolyse-Technologie können Kunststoffabfallströme verwertet werden, die zum Beispiel aus technologischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht mechanisch recycelt werden.

Im Rahmen einer geplanten Zusammenarbeit wollen Remondis, Quantafuel und BASF die Pyrolysetechnologie nutzen, um Kunststoffabfälle zu recyceln. Dabei wird Remondis geeignete Kunststoffabfälle für eine Anlage liefert und BASF das entstehende Pyrolyseöl im Rahmen des Chemcycling-Projekts als Rohstoff im Produktionsverbund einsetzt. Quantafuel beabsichtigt, die Technologie zu liefern und die Anlage zu betreiben. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Pyrolyse von gemischten Kunststoffabfällen und die Aufreinigung des entstehenden Pyrolyseöls; die Technologie wird gemeinsam mit BASF entwickelt und gehalten. Der Standort der Pyrolyseanlage wird gemeinsam geprüft. Um die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe auszubauen, wird gemeinsam geprüft, welche der von Remondis zur Verfügung gestellten Kunststoffabfälle künftig einem chemischen Recycling zugeführt werden könnten.

Der Chemiekonzern aus Ludwigshafen hat sich zum Ziel gesetzt, ab 2025 jährlich 250.000 Tonnen recycelte Rohstoffe zu verarbeiten. Dabei ist es nach den Worten von Dr. Lars Kissau wichtig, nur Rohstoffe einzusetzen, die aus Kunststoffabfällen gewonnen werden, welche sonst nicht recycelt worden wären. Der Senior Vice President Global Strategic Business Development Petrochemicals bei BASF ergänzt , dass eine Partnerschaft mit Unternehmen aus dem Bereich Recycling und Kreislaufwirtschaft sowie mit innovativen Technologieanbietern eine ideale Konstellation sei, um ein nachhaltiges Kreislaufwirtschaftsmodell für bisher nicht recycelte Kunststoffabfälle aufzubauen.

Der rechtliche Rahmen auf EU- und nationaler Ebene werde entscheidend dafür sein, ob chemisches Recycling zukünftig zu einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe beitragen könne, teilte BASF mit. Dazu gehöre, dass Produkte, die auf chemisch recycelten Rohstoffen basieren, auf die Erreichung von Rezyklateinsatzquoten angerechnet werden können.

Das aus Kunststoffabfällen gewonnene Pyrolyseöl wird in die Verbundproduktion von BASF eingespeist, wobei die gleiche Menge an fossilen Ressourcen eingespart wird. Da das Pyrolyseöl direkt am Anfang der chemischen Wertschöpfungskette eingesetzt wird, haben die fertigen Verkaufsprodukte die gleichen Eigenschaften wie Produkte, die aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden. Der Anteil des recycelten Materials wird den Endprodukten nach einem von unabhängiger Stelle zertifizierten Massenbilanzansatz zugeordnet, wodurch der Chemiekonzern seinen Kunden zertifizierte Produkte mit dem Namenszusatz Ccycled anbieten kann.

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