Motoren für außergewöhnliche Anwendungen, wie ex-geschützte Motoren, sind von der Motorenrichtlinie zunächst ausgenommen. Das ist mit Blick auf die Prozessindustrie, wo vielfach ex-geschützte Antriebe erforderlich sind, im Grunde ungünstig, schränkt diese Ausnahmeregelung doch die Zahl der Anbieter eher ein. Auf der Achema präsentierten dennoch mehrere Hersteller IE2- oder sogar IE3-Motoren mit Ex-Schutz (s. Kasten).
Übrigens: Schaut man sich die Leistungs-Wirkungsgrad-Diagramme von IE1, IE2 und IE3-Motoren an, ist ersichtlich, dass die Unterschiede im Wirkungsgrad bei den Motoren im unteren Leistungsbereich am größten sind. Bei höheren Leistungen gleichen sich die Wirkungsgrade deutlich an. Das bedeutet: Der Betreiber profitiert gerade im unteren Leistungsbereich am stärksten vom Wechsel zu einem Hocheffizienzmotor.
Fazit: IE3- und IE4-Hocheffizienzmotoren sind wichtig, sie sparen in kürzester Zeit große Mengen an Energie und damit Kosten ein. Für die meisten Betreiber ist jedoch der Umstieg von Festdrehzahl-Motoren auf beispielsweise per Frequenzumformer geregelte Systeme die bessere Lösung, wie auch VEM im Unternehmens-Newsletter Impulse 1-2012 schreibt: „Die prozessbezogene Regelung über Frequenzumrichter mit einem modernen IE2-Motor bringt häufig wesentlich mehr Effekt als der alleinige Einsatz eines IE3- oder IE4-Motors.“ Damit arbeiten Anlagen im optimalen Betriebsbereich und profitieren nicht allein vom geringeren Energieeinsatz, sondern darüber hinaus von einer höherer Prozessstabilität und geringeren Instandhaltungskosten.