Energieeffiziente Motoren für die Prozessindustrie

Antriebstechnik: Mit unterschiedlichen Motor-Konzepten auf dem Weg zur Energieeffizienz

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Die ErP- und Motoren-Richtlinie gelten für neue Motoren. Und was ist mit bereits installierten Motoren im Bestand? Hier liegt noch viel Umsatz brach, so Frank Jüngst von Danfoss: „In der chemischen Industrie sehen wir nach wie vor ein sehr großes Potenzial für Nachrüstungen: Wir schätzen, dass in den Bestandsanlagen nur etwa 20 Prozent der Antriebe einen Frequenzumrichter nutzen.“

Der Grund: Die Betreiber scheuten den mit einer Aufrüstung verbundenen Aufwand, also die Steuerung anzupassen, Kabel auszutauschen usw. Jüngst dazu: „Vermutlich ist zu wenig bekannt, dass ein Danfoss-Frequenzumformer mit einem Sinusfilter auch ohne abgeschirmte Kabel EMV-gerecht zu betreiben ist.“ Bei neuen Anlagen sieht das schon deutlich besser aus, hier werden nach seiner Einschätzung bereits 80 Prozent oder mehr der Motoren mit Frequenzumrichtern ausgestattet.

Neuer Motor und neuer Frequenzumformer – rechnet sich denn so eine Investition? Ja, bekräftigt Sebastian Schwarz von Siemens: „Für identische Pumpen liegen die Investitionskosten einer modernen Kaskadenschaltung per Frequenzumformer je nach Ausführung um bis zu einem Faktor zehn höher als bei der einfachen Drosselregelung. Das muss man aber im Kontext sehen: Denn der Anteil der Regelungskosten an den gesamten Lebenszykluskosten des Pumpensystems liegt beim Drosseln bei etwa einem Prozent, beim FU-Betrieb sind es auch nur zwei bis fünf Prozent.“

Soll heißen: In jedem Fall sind die Kosten für die elektrische Antriebsenergie dominant. Weil die FU-Lösung bei wechselnden Betriebsverhältnissen einer Pumpe deutlich energieeffizienter arbeitet, sieht Schwarz die Investition immer gerechtfertigt.

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