Pharmaaktien-Rückkauf 18 Milliarden Euro – Roche kauft Anteile von Novartis zurück

Redakteur: Alexander Stark

Die beiden Pharmariesen Roche und Novartis haben sich auf den Rückkauf von 53.3 Millionen Roche-Aktien im Wert von umgerechnet 18 Milliarden Euro geeinigt. Der Rückkauf führt zur Entflechtung der beiden Wettbewerber und gibt Roche die volle strategische Flexibilität zurück.

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Roche will die von Novartis gehaltenen Anteile am Unternehmen zurückkaufen.
Roche will die von Novartis gehaltenen Anteile am Unternehmen zurückkaufen.
(Bild: Roche)

Basel/Schweiz – Wie die beiden Unternehmen Roche und Novartis mitteilen, wurde eine Einigung über den Rückkauf von 53.3 Millionen von Novartis gehaltenen Roche-Aktien erzielt. Das Transaktionsvolumen beläuft sich auf ca. 18 Milliarden Euro. Der geplante Rückkauf der Aktien wurde vom Verwaltungsrat von Roche genehmigt und wird mit Fremdmitteln finanziert. Als Ergebnis der Transaktion findet eine Gewinnverdichtung für alle Aktionäre und Genussschein-Inhaber von Roche statt.

Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident von Roche zeigte sich überzeugt, dass die geplante Transaktion aus strategischer und ökonomischer Sicht im besten Interesse von Roche und seinen Anteilsinhaber ist. „Damit sind wir als Roche in Zukunft strategisch noch besser aufgestellt, um die Menschen in aller Welt mit lebensrettenden Medikamenten und Diagnostika zu versorgen“, so Franz.

Durch die Transaktion erfolgt kein Kontrollwechsel, da der Aktionärspool der Gründerfamilien von den in der Generalversammlung vertretenen Stimmen schon bisher die Mehrheit hielt. Der Anteil der Stimmrechte des Familien-Pools wird sich durch diese Transaktion ohne dessen Zutun und ohne Beteiligung des Familien-Pools an der Transaktion auf ca. 67.5 % erhöhen. Die Vertreter des Familien-Pools haben an den Beratungen und der Abstimmung im Verwaltungsrat zu dieser Transaktion nicht teilgenommen. Auf Grundlage eines Gesuchs des Familien-Pools hat die Schweizerische Übernahmekommission den Pool gestützt auf die anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen von der Angebotspflicht entbunden.

Der prozentuale Anteil der sich im Publikum befindenden Aktien (sogenannter Free Float) steigt mit der wegfallenden Beteiligung von Novartis an Roche von derzeit 16.6 % auf 24.9 %. Dies ermöglicht die Aufnahme der Aktien in den Swiss Performance Index (SPI) sowie allenfalls weitere Indizes.

Die außerordentliche Generalversammlung zur Genehmigung der Kapitalherabsetzung durch Vernichtung der von Novartis zurückgekauften Aktien und zur Genehmigung des für die Zwecke dieser Transaktion erstellten Zwischenabschlusses findet am 26. November 2021 statt.

Roche bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr und erwartet ein Verkaufswachstum im mittleren einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen. Für den Kerngewinn je Titel wird ein Wachstum zu konstanten Wechselkursen angestrebt, das weitgehend dem Verkaufswachstum entspricht. Roche ist zudem weiterhin bestrebt, die Dividende auch für 2021 in Schweizer Franken zu erhöhen.

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