Newsticker Dezember: Aktuelles aus der Prozessindustrie Biontech und Pfizer zahlen 1,2 Milliarden Euro für Vergleich

Von Wolfgang Ernhofer 22 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

27.12.2024

Mainz (dpa) *19:45 Uhr – Biontech und Pfizer zahlen für Vergleich in USA

Der Impfstoffhersteller Biontech hat in den USA im Streit um Lizenzgebühren millionenschwere Vergleiche geschlossen. Insgesamt umgerechnet 1,2 Milliarden Euro werden das Unternehmen aus Mainz sowie der Partner Pfizer an die US-Gesundheitsbehörde NIH sowie die Universität von Pennsylvania zahlen, wie Biontech auf Anfrage mitteilte.

791,5 Millionen Dollar (rund 759 Millionen Euro) gehen an die US-Behörde, davon übernimmt Pfizer den Angaben zufolge 364,5 Dollar (rund 350 Mio. Euro). Die Uni bekommt bis zu 467,0 Millionen Dollar (rund 448 Mio. Euro), davon übernimmt Pfizer bis zu 170 Millionen Dollar (etwa 163 Mio. Euro). Die Mainzer hatten mit dem US-Pharmariesen Pfizer einen Corona-Impfstoff auf den Markt gebracht.

Nach früheren Angaben von Biontech ging es bei der Auseinandersetzung mit der Universität um «nicht exklusive Rechte» an Patentanmeldungen, die bei dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer verwendet werden. Beim Streit mit dem NIH – die Abkürzung steht für National Institutes of Health – drehte es sich um Lizenzgebühren und andere damit zusammenhängende Beträge.

Der Vergleich mit dem NIH kam nach Biontech-Angaben am 20. Dezember zustande, der mit der Universität am 23. Dezember. Beide Vereinbarungen stellten kein Eingeständnis der Haftung in Bezug auf erhobene Vorwürfe dar, betonte Biontech. Eine Sprecherin sagte, diese Fälle unterschieden sich von Rechtsstreits mit Konkurrenten wie Moderna oder Curevac. Bei der Universität sowie der Behörde NIH handele es sich um Kooperationspartner.

19.12.2024

Bad Soden (ots) *15:17 Uhr – Messer setzt auf Liefersicherheit in Tschechien

Messer hat an seinem Standort Vrdy in Tschechien eine neue Anlage zur Produktion von grünem CO2 in Betrieb genommen. Damit erhöht das Unternehmen die Liefersicherheit für seine Kunden, beispielsweise der lokalen Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Dies sei insbesondere in den Sommermonaten wichtig, wenn der Bedarf an Kohlendioxid für Erfrischungsgetränke oder Kühltechnologien besonders hoch ist.

Nachhaltigkeit stehe im Mittelpunkt der Geschäftsstrategie von Messer, und der Industriegasespezialist ergreife in seinen Betrieben konkrete Maßnahmen, um Fortschritt zu erzielen und Mehrwert für seine Kunden zu schaffen. In diesem Fall bezieht der Konzern das Kohlendioxid als Rohgas von einem lokalen Bioethanolproduzenten. Bioethanolquellen unterstützen den Weg zu weniger Treibhausgasemissionen, indem durch sie die Abhängigkeit von fossilen oder chemischen Quellen verringert wir. Das wirke sich positiv auf die Nachhaltigkeitsziele aus. Mit dieser neuen Anlage stärkt das Unternehmen darüber hinaus seine unabhängige lokale Produktversorgung. Der Industriegasespezialist liefert das Gas nun selbst an seine Kunden in verschiedenen Branchen und muss Kohlendioxid nicht für den tschechischen Markt zukaufen oder aus dem Ausland importieren. Durch kürzere Transportwege können zudem klimaschädliche Treibhausgase reduziert werden.

Hannover (dpa) *05:02 Uhr – Rohstoffbedarf der Industrie geht stark zurück

Angesichts der schlechten Wirtschaftslage ist der Rohstoffbedarf der deutschen Industrie stark zurückgegangen. Einem Bericht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zufolge befand sich die Inlandsproduktion mineralischer Rohstoffe im vergangenen Jahr mit 534 Millionen Tonnen auf einem historisch niedrigen Niveau. Das waren demnach acht Prozent weniger als 2022.

Grund sei die konjunkturelle Schwäche infolge gestiegener Zinsen und einer hohen Inflation, sagte Michael Szurlies von der BGR. «Darüber hinaus tragen die seit der Corona-Pandemie deutlich gestiegenen Transportkosten zur Preiserhöhung bei Rohstoffen und nachgelagerten Produkten bei.» Auch die Zahl der Importe sei mit 298,4 Millionen Tonnen um knapp 13 Prozent gesunken und liege erstmals seit 2009 unterhalb der Marke von 300 Millionen Tonnen.

Die deutsche Rohstoffproduktion lasse bereits seit vier Jahren stark nach. Den Angaben zufolge ging insbesondere bei Sand und Kies die Förderung seit 2020 stetig zurück: um insgesamt rund 19 Prozent auf zuletzt 232 Millionen Tonnen. Auch die Fördermengen weiterer Baurohstoffe und Industrieminerale seien zum Teil stark rückläufig. Laut BGR lagen diese bis auf wenige Ausnahmen deutlich unterhalb des Niveaus von Mitte der 2010er Jahre. Trotzdem lagen den Angaben nach beim Produktionswert heimischer Rohstoffe Sand und Kies (2,8 Milliarden Euro) wieder vor Erdgas und Erdölgas (2,1 Milliarden Euro), gefolgt von Kali- und Kalisalzprodukten (2,1 Milliarden Euro) sowie Braunkohle (1,9 Milliarden Euro). Die Produktionsmengen hatten demnach einen Gesamtwert von 14,5 Milliarden Euro - ein Minus von knapp 23 Prozent.

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