Schiefergasvorkommen Wo liegen die größten Schiefergasvorkommen?

Redakteur: Anke Geipel-Kern

In welchen Ländern ruhen die größten Schiefergasvorkommen? Wir haben für Sie Daten und Fakten recherchiert.

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In Leer kombinieren die Experten der BASF-Tochter Wintershall zur Förderung von Tight Gas ähnliche Verfahren wie sie auch bei der Schiefergasförderung eingesetzt werden: die Horizontalbohrtechnik mit dem sogenannten Frac-Verfahren.
In Leer kombinieren die Experten der BASF-Tochter Wintershall zur Förderung von Tight Gas ähnliche Verfahren wie sie auch bei der Schiefergasförderung eingesetzt werden: die Horizontalbohrtechnik mit dem sogenannten Frac-Verfahren.
(Bild: Wintershall)

Der Schiefergasrausch in den USA weckt auch die Begehrlichkeiten in anderen Ländern, denn in Amerikas Tiefen schlummern zwar viele, aber beileibe nicht die einzigen Schiefergasvorräte. Doch bei der Interpretation der Länderdaten muss man genau hinsehen. Die Quellen weichen voneinander ab und auch die in diesem Zusammenhang am häufigsten zitierte Internationale Energiebehörde IEA korrigiert sich immer mal wieder selbst.

Den Unterschied macht wie so oft die Kluft zwischen Theorie und Praxis: Die Vorhersagen basieren auf dem Vorhandensein bestimmter Gesteinsformationen, wie z.B. poröse Tone, die unkonventionelles Erdgas binden. Daher unterscheiden die Berichte über Schiefergasvorkommen zwischen Gas-in-Place, also den Schätzungen des insgesamt im Tongestein gebundenen Gasvolumens und dem technisch erreichbaren Potenzial. Produktionsdaten aus den USA verweisen darauf, dass zwischen 10 und 30 % der gebundenen Gasmenge gewonnen werden kann.

Kopf an Kopf: USA und Argentinien

Legt man diese Daten zugrunde, wie das beispielsweise die Datenbank (Stand 2010) der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe tut, nimmt Argentinien bezogen auf die Höhe der technisch verfügbaren Ressourcen (22 Bill. m3) nach den USA (24 Bill. m3) den zweiten Platz ein.

Laut Germany Trade & Invest lagern allein in der Lagerstätte Vaca Muerta in der Provinz Neuquén nach Schätzungen des unabhängigen Analyseunternehmens Ryder Scott etwa 23 Mrd. Fass Öläquivalent nicht-konventioneller Reserven, die mittlerweile auch internationale Investoren anlocken. Wie etwa die BASF-Tochter Wintershall, die gerade drei Technologieprojekte gestartet hat. Seit August letzten Jahres investiert auch Chevron in Argentinien und will laut finanz.net in den nächsten drei Jahren über 100 Bohrungen durchführen.

Wer vom Schiefergasboom in den USA profitiert, erfahren Sie in unserem großen Übersichtsartikel.

Chevron ist auch in China aktiv. Nach Informationen des Wall Street Journal vom Dezember untersucht China das Potenzial des neuen Energieträgers zwar schon seit 2009 und hat bereits Lizenzen u.a. an Shell und kürzlich an Conoco vergeben, treibt aber die Schiefergaserschließung momentan nicht mit höchster Priorität voran. Obwohl China, was das Gesteinspotenzial für unkonventionelle Erdgasressourcen betrifft, laut internationaler Energiebehörde noch vor den USA rangiert, ordnet die Datenbank der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Stand 2010) dem Land technisch erschließbare Schiefergasressourcen von 17 Bill. m3 zu, wodurch die Asiaten hinter Mexiko (19 Bill. m3) auf den vierten Platz abrutschen.

Warum Südafrika zwar großes Potenzial hat, aber trotzdem keine große Schiefergasnation ist, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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