Schiefergasvorkommen

Wo liegen die größten Schiefergasvorkommen?

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Den bislang fünften Rang nimmt zurzeit Südafrika ein. In dem bisher auf Kohle abonnierten Land ruhen in der Karoo-Wüste 14 Bill. m3 Schiefergas und warten auf die Förderung. Doch trotz dieser großen Mengen kommen die Experten von Frost und Sullivan in einer ihrer letzten Untersuchungen zu einem ernüchternden Ergebnis: Wer in Südafrika Probebohrungen durchführt, hat die Auflage auf hydraulisches Fracking zu verzichten. Daher könne die Förderung nicht kostendeckend sein und der gewünschte wirtschaftliche Nutzen sich nicht einstellen - folgern die Analysten.

Auf Rang 6 folgen die Australier (11 Bill. m3) auf Rang 7 Russland (8 Bill. m3), das jedoch über so große konventionelle Energievoräte verfügt, dass sich der Aufwand für die Schiefergasförderung schlicht nicht lohnt.

Europa ist abgeschlagen

Europa rangiert was Schiefergas angeht eher unter ferner liefen. Einer EU-Studie zufolge liegen hier rund zehn Prozent der weltweiten Schiefergasvorkommen, das Gros davon liegt in Frankreich und in Polen, nämlich 5,3 Billionen Kubikmeter. Während Frankreich momentan Zurückhaltung übt, hat die polnische Regierung das Ziel von den russischen Gaslieferungen unabhängig zu werden, treibt Probebohrungen voran und hat sich auch amerikanische Firmen wie Chevron ins Land geholt.

Wenn die polnische Regierung sich von dem vereinzelt aufflammenden Widerstand in der Bevölkerung nicht beeindrucken lässt, datieren Experten einen eventuellen Beginn der kommerziellen Förderung auf das Jahr 2020. Das Kölner Beratungsunternehmen Ecoprog erwartet von den Entwicklungen in Polen einen entscheidenden Einfluss auf den Rest Europas, denn die polnischen Vorkommen sind so groß, dass auch Deutschland davon profitieren wird.

* Die Autorin ist Leitende Redakteurin der PROCESS

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