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Wie Sie die Potenziale von Industrie 4.0 nutzen und mehr aus Ihren Daten machen

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„Industrie 4.0 funktioniert nur gemeinsam“

Nachgefragt bei Peter Dietrich, Abteilungsleiter Marketing Lösungen und Digitalisierung bei Endress+Hauser Messtechnik

PROCESS: Herr Dietrich, ist das Netilion-Programm bereits in der Praxis im Einsatz? Wenn ja, welche Aufgaben übernimmt es dort?

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Dietrich: Ja, das Programm hat sich bereits mehrfach praktisch bewährt. Die Aufgaben sind Anlagenüberblick und -überwachung, mobiles Asset Management, vorausschauende Wartung und dezentrale Applikationen. Genau darauf sind wir auch stolz, dass wir mit Netilion schon konkrete Industrie 4.0-Anwendungen aufweisen können.

PROCESS: Welche Erfahrungen haben die Anwender damit gesammelt?

Dietrich: Die Salzgitter Flachstahl war schon zu Beginn an der Entwicklung unserer Netilion-Anwendungen beteiligt. Bereits die Erfassung der Messgeräte durch das Edge Device lieferte die ersten wichtigen Erkenntnisse. Der Projektleiter optimiert heute mit Netilion Analytics u.a. sein Phase-Out-Management, da das System ihn kontinuierlich über Verfügbarkeit und Nachfolgeprodukte der Feldgeräte informiert. Ein weiteres Beispiel ist ein führender Hersteller in der Spezialchemie. Er hat sich für die Mobile Asset Management-Lösung von Endress+Hauser entschieden. Mit dem Netilion-Programm kann der Kunde die mobile Wartung und Verwaltung der Feldgeräte verbessern. Mithilfe des ex-fähigen Industrie-Tablets Field Xpert SMT77 werden Geräteberichte erstellt und automatisch in der Netilion Library abgelegt. Der Field Xpert stellt seine Vielseitigkeit mittlerweile auch im Staatlichen Hofbräuhaus in München unter Beweis. Dort konfiguriert der Kunde mit dem Tablet seine Feldgeräte. Es gibt ihm darüber hinaus Einblick in sämtliche Energiedaten, die über den integrierten Webserver im Memograph M abrufbar sind.

PROCESS: Dass 97 Prozent der Sensordaten nicht genutzt werden, ist nicht ermutigend. Wann rechnen Sie mit einem generellen Durchbruch beim Einsatz von smarten Sensoren?

„Die größten Hindernisse bei der Umsetzung der Industrie 4.0 sind derzeit das Silodenken und die proprietären Insellösungen.“ Peter Dietrich, Endress+Hauser(Bild:  Endress+Hauser)
„Die größten Hindernisse bei der Umsetzung der Industrie 4.0 sind derzeit das Silodenken und die proprietären Insellösungen.“ Peter Dietrich, Endress+Hauser
(Bild: Endress+Hauser)

Dietrich: Das Potenzial der Feldebene kann dann gehoben werden, wenn zwei wesentliche Herausforderungen gelöst sind. Erstens: die Konnektivität – da verspreche ich mir sehr viel vom NOA-Konzept. Zweitens: Wenn es gelingt aus den reinen Sensor-Daten nutzbringende Informationen zu machen. Hier bieten schon heute Apps – wie die aus unserem Netilion-Programm – smarte Lösungen.

PROCESS: Was müsste getan werden, damit die Umsetzung schneller ins Rollen kommt bzw. smarte Sensoren von den Anwendern eingesetzt werden?

Dietrich: Die größten Hindernisse bei der Umsetzung der Industrie 4.0 sind derzeit das Silodenken und die proprietären Insellösungen, die durch den Wettlauf der Plattformen und Datenmodelle entstanden sind. Oft existiert auch kein Business Approach für Industrie-4.0-Konzepte aufgrund fehlender Umsetzung von Use Cases in konkreten Angeboten. Wegen fehlender Interoperabilität und Durchgängigkeit ist die Implementierung von Industrie-4.0-Konzepten oft komplex. Auch wir haben sehr schnell festgestellt, dass wir bei der Umsetzung unserer Industrie-4.0-Lösungen bei unseren Kunden immer mit vielen anderen Playern aus OT und IT zusammentreffen. Die Erkenntnis daraus lautet: Industrie 4.0 funktioniert nur gemeinsam.

Tipp der Redaktion: Interview mit Peter Dietrich anlässlich der Meilenstein-Preisverleihung Anfang Dezember 2019. Endress+Hauser wurde mit dem Meilenstein „Prozessautomatisierung“ ausgezeichnet.

* Der Autor ist Abteilungsleiter Marketing Lösungen und Digitalisierung, Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co.KG, Weil am Rhein.

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