Anlagenmanagement

Wie Sie den Weg zum effizienten Anlagenmanagement finden

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Diese Situation sollte durch den Einsatz eines neuen Planungs- und Dokumentations-Systems, das ein effizientes Anlagenmanagement über alle Anlagen ermöglicht, geändert werden. Insgesamt wurden sechs mögliche Nachfolgesysteme mit einem Benchmark von der Arbeitsgruppe evaluiert und bewertet. Ende 2006 kam es zu einer Entscheidung für die Softwarelösung Comos von Siemens: Die objektorientierte Software basiert auf einer einheitlichen Datenplattform, wobei die Industrieanlagen funktionsorientiert und nicht getrennt nach Gewerken und Fachdisziplinen betrachtet werden.

Das bringt die objektorientierte Datenintegration

Im ersten Schritt wurden alle bestehenden Engineering-Daten, wie Plot-Dateien aus dem CAD-System sowie DWG-Dateien von strichintensiven R&I-Zeichnungen, in die Software-Datenbank integriert. Zugleich erfolgte mit der Datenintegration eine Strukturierung nach Objekten. Andreas Becker, Leiter Tools and Standards bei Cognis, erinnert sich: „Die Integration war eine große Herausforderung. Am Anfang wurde bei der Strukturierung der Daten häufig noch in Zeichnungen und nicht in Objekten gedacht. Viele unserer Mitarbeiter im Projektteam mussten die objektorientierte Strukturierung erst verinnerlichen. Dann ging es allerdings recht schnell, sodass nach wenigen Monaten über 130 000 Dokumente neu abgelegt waren.“

Die Datenbankstruktur wurde aufgrund von Informationen aus SAP und Excel-Listen definiert. Dabei wurden u.a. Gebäude, Anlagen und Aggregate als Parameter festgelegt. Danach wurde diesen Parametern weitere Daten wie R&I-Zeichnungen, EMR- und Verriegelungslisten angehängt. Zudem wurden Arbeitsschicht-Strukturen eingerichtet und Benutzerrechte definiert. Im Jahr 2007 wurde die Datenintegration abgeschlossen und der Ist-Zustand der Anlagen wird seitdem von der Software digital wiedergegeben. Seit diesem Zeitpunkt plant und realisiert das Unternehmen auch alle Anlagenumbauten mit dieser Software.

Aufgrund des spezifischen Anlagenaufbaus eines Chemiewerkes sowie der entsprechenden Produktionsprozesse werden kontinuierlich Anpassungen innerhalb der Software vorgenommen. Bei diesem so genannten Customising fließen auch die Anregungen seitens der Software-Benutzer ein. Erfahrungen und Lerneffekte führen zu einer stetigen Optimierung des Software-Einsatzes: „Je besser unser Verständnis für Comos wird, umso spezieller werden auch die Anforderungen an die Software. Durch spezielle Anpassungen können wir etwa durch eine immer detailliertere Abfragefunktion (Query) wertvolle Informationen für die tägliche Arbeit generieren. Die permanente Weiterentwicklung der Software steigert die Qualität unserer Arbeit“, ergänzt Andreas Becker die gemachten Erfahrungen.

Die Daten sind nur einen Klick weit entfernt

Mit dem Einsatz der Software konnte Cognis die Anlagenplanungen und das Datenmanagement deutlich verbessern, so auch bei der Überprüfung der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften. Bei explosionsgefährdeten Anlagen, wie in Düsseldorf-Holthausen, exis-tieren besonders strenge Vorschriften und Regeln. So wird beispielsweise bei der dort üblichen und bekannten Typ-A-Abnahme nach der Betriebssicherheitsverordnung §14 geprüft. Dabei muss die umfassende und lückenlose Anlagendokumentation auch Eigensicherheitsnachweise enthalten. In der Comos-Datenbank sind 300 Echtgeräte, davon z.B. 102 Sensoren, 80 Trennkarten und PLS sowie Remote I/O, als Einzelobjekte abgelegt.

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