Pharmaanlagen

Was haben ein ovaler Melkkübel und eine Containmentanlage gemeinsam?

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Als Alleinstellungsmerkmal sieht Eißler deshalb die hohe Fertigungstiefe und die Tatsache, dass der Geschäftsbereich in der Lage ist, ganze durch Isolatoren geschützte Package Units z.B. aus Druck- und Ansatzbehältern, Druckfiltern oder Vakuumtrockenschränken zu bauen, wodurch das typische Schnittstellenproblem entfällt, das auftritt, wenn der Kunde die Komponenten einzeln kauft. Die Pharmazeuten honorieren das, denn die Zahl der verkauften Systeme ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und der Geschäftsbereichsleiter weiß, dass seine Anlagen bei den Top 10 der Pharmabranche stehen. Wobei es auch eher mittelständisch geprägte Unternehmen durchaus schätzen mit einem in etwa gleich großen Partner zusammen zu arbeiten.

Isolatoren haben sich durchgesetzt

Besonders die Nachfrage nach Isolatorlösungen steigt stetig. Ein Isolator trennt den Wirkstoff und seine Umgebung kontaminationsfrei auf kleinstem Raum und ersetzt teuren Reinraum, wobei er Mensch und Produkt in gleichem Maße schützt. „In den letzten vier bis fünf Jahren ist der Markt förmlich explodiert“. berichtet Eißler, was Process Systems zu Gute kommt, denn das Unternehmen war hier einer der Vorreiter und hat so eine Menge Erfahrungen gesammelt. Herausforderung ist vor allem die Frage, wie man Arzneimittel ohne Gefahr für die Umgebung ein- bzw. ausschleust, Filter austauscht oder Behälter andockt. Gängig sind etwa Rapid-Transfer-Ports, Schleusen mit Interlockfunktion und Folienschleusen, wobei die Entwicklungen noch lange nicht abgeschlossen ist. Auch Process Systems hat neue Lösungen in Petto, die zur Powtech vorgestellt werden und bisher dem breiten Publikum noch nicht bekannt sind.

Gelebte Partnerschaft

Nach dem Motto „gemeinsam stärker“ gibt es seit einigen Jahren eine Kooperation mit Hecht Automatisierungssysteme, die auf Computersysteme, Software und Schaltschrankbau spezialisiert sind. Was vor einigen Jahren, begünstigt durch die räumliche Nähe, als Lieferanten-Kundenbeziehungen begonnen hat, ist zu einer gut funktionierenden Partnerschaft geworden, die davon lebt, dass sich beide Partner auf ihr Kern-Know-how konzentrieren können. Inklusive der Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik lassen sich alle Produkte nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen. „Die Kunden profitieren von einem individuellen Paket aus Beratung, Prozessentwicklung, Planung und Realisierung sowie Turn-Key-Projekte, das sich konsequent an den Auftragsanforderungen orientiert“, betont Eißler.

Dank der Partnerschaft kann der Kunde mittlerweile auf eine große Palette von Systemen und Dienstleistungen zugreifen:

  • Konstruktion und Ausführung von elektrischen Anlagenkomponenten gemäß den Qualitätsansprüchen der Pharma- und Industriekunden,
  • eigener Schaltschrankbau, um die kundenspezifischen Anforderungen voll erfüllen zu können,
  • Entwicklung von SPS- und PC-Software auf der Basis eines dokumentierten Qualitätsstandards gemäß der GAMP5-Richtlinie,
  • Qualifizierung von technischen Anlagen sowie von Computersystemen
  • Kalibrierier-Dienstleistungen von Messgrößen: Temperatur, Leitwert, Druck usw.

* Die Autorin ist Stellvertretende Chefredakteurin PharmaTEC. E-Mail-Kontakt: anke.geipel-kern@vogel.de

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