Wärmeträgeröle

Wärmeträgeröle erschließen sich neue Einsatzgebiete

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Neue Aufgaben

Aktuelles Thema ist derzeit das Recycling von Wärmeträgerflüssigkeiten. „Die gesamte Lebensdauer einer Wärmeträgerflüssigkeit kann dadurch deutlich verlängert werden. Diese Kosteneinsparung bieten wir unseren Kunden bei unseren Hauptprodukten schon seit längerem erfolgreich an“, berichtet Hildebrand.

Synthetische Wärmeträger erschließen sich neue Einsatzgebiete, die jedoch höhere Qualitätsanforderungen nach sich ziehen, wie beispielsweise in der Gastrocknung und Off-Shore-Rohölaufbereitung oder im Bereich der erneuerbaren Energien. „Beispielsweise stellen holzbefeuerte, moderne Biomassekraftwerke durch unregelmäßige Temperaturspitzen hohe Qualitätsanforderungen an das Wärmeträgermedium“, nennt Kron ein Beispiel.

An die bei der Stromerzeugung durch moderne Solarthermiekraftwerke eingesetzten Hochleistungswärmeträger auf Basis Diphenyl/Diphenyloxid-Eutektikum werden zudem weitaus höhere Qualitätsforderungen hinsichtlich Spurenverunreinigungen gestellt, da sie heutzutage bis in den Grenztemperaturbereich von 400 °C verwendet werden.

Anforderungen für neue Wärmeträgerflüssigkeiten ergeben sich ebenfalls durch Produktionsverfahren, die spezielle Bedingungen erfordern. „So zielen Pharmaprozesse wegen der Chiralität der Wirkstoffmoleküle auf tiefste Temperaturen. Auch beim Spinnen anderer Polymere als Polyester oder Polypropylen werden besondere Wärmeträger mit anderen Siedebereichen bevorzugt“, nennt Schopf weitere Beispiele. Daher hat Solutia in den vergangenen Jahren spezielle Produkte wie Therminol VLT oder VP-3 entwickelt.

Grenzen überschreiten

Für die Anwendungen in Solarkraftwerken werden Wärmeträger mit höheren Anwendungstemperaturen gesucht. „Leider setzt die Natur hinsichtlich der Möglichkeiten der organischen Chemie enge Grenzen, so dass das eutektische Diphenyl/Diphenyloxid-Gemisch nach wie vor als Standard-Wärmeträger eingesetzt wird“, schildert Schopf die Situation.

Für organische Wärmeträgerflüssigkeiten gelten seit Jahrzehnten die gleichen Temperaturgrenzen: Zum einen der drucklose Bereich, der auf max. 350 °C beschränkt ist und zum anderen der druckbeaufschlagte Bereich, der bis auf 400 °C ausgedehnt werden kann.

Von Seiten der Anwender besteht der Bedarf, die Grenzbereiche weiter nach oben zu verlagern, um die Wirkungsgrade zu verbessern. Für Hildebrand ist dies eine der ganz großen Herausforderungen der Zukunft: „Wir wollen dafür eine wirtschaftliche Lösung anbieten und versuchen, gemeinsam mit unseren Anwendern neue Lösungswege zu finden.“

* Die Autorin ist freie Mitarbeiterin bei PROCESS.

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