Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie Milliardendeal: Merck übernimmt Krebsspezialist Springworks

Von Wolfgang Ernhofer 21 min Lesedauer

Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

28.04.2025

Darmstadt (dpa) *09:45 Uhr – Milliardendeal: Merck übernimmt Krebsspezialist Springworks

Der Darmstädter Merck-Konzern stärkt sein Geschäft mit Krebsmedizin mit einer milliardenschweren Übernahme in den USA. Das Dax-Unternehmen zahlt drei Milliarden Euro für die Biotech-Firma Springworks Therapeutics oder 47 Dollar je Springworks-Aktie. Für Merck ist es die größte Übernahme seit Jahren. Merck-Chefin Belén Garijo bezeichnete den Deal als richtungsweisend. Die Übernahme soll im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden. Zuvor müssen die Aktionäre von Springworks und die Behörden zustimmen.

Springworks mit Sitz im US-Bundesstaat Connecticut wurde 2017 vom Pharmariesen Pfizer abgespalten. Das Unternehmen konzentriert sich auf Therapien gegen seltene Tumore und Blutkrebs und hat bereits ein in den USA zugelassenes Medikament zur Behandlung von fortschreitenden Weichteiltumoren. Es könnte bald auch in der EU die Zulassung bekommen. Merck will bei seltenen Tumoren eine Führungsposition aufbauen und sieht dort eine große Therapielücke. Erst vergangene Woche hatte der Pharma- und Technologiekonzern von «weit fortgeschrittenen Gesprächen» mit Springworks berichtet.

Mercks Pharmasparte wuchs zuletzt zwar wieder solide. Der Konzern steht aber unter Druck, neue Medikamente auf den Markt zu bringen. Mehrere Hoffnungsträger, die Merck Milliarden in die Kassen spülen sollten, sind in klinischen Studien gescheitert.

Merck hatte sich deshalb verstärkt darauf verlegt, mit anderen Unternehmen Lizenzen für die Vermarktung von deren Medikamenten abzuschließen, zuletzt aber wieder Übernahmen ins Auge gefasst. Auch nach dem geplanten Zukauf von Springworks bleibe Merck in der Lage, weitere «größere Transaktionen» zu stemmen, betonte Vorstandschefin Garijo. Die letzte große Übernahme hatte Merck 2019 mit dem US-Halbleiterzulieferer Versum Materials im Wert von rund 5,8 Milliarden Euro gestemmt. Größter Zukauf in der Unternehmensgeschichte war der US-Laborausrüster Sigma-Aldrich, den Merck 2015 für 13 Milliarden Euro übernahm.

26.04.2025

Leuna (dpa) *11:01 Uhr – Chemiepark-Chef: «Katastrophe mit Ansage»

Der Geschäftsführer des Chemieparks Leuna, Christof Günther, hat der Politik einen falschen Kurs in der Energiepolitik vorgeworfen. «Unsere Wettbewerbsfähigkeit wurde ruiniert», sagte Günther der «Magdeburger Volksstimme». «Energiepreise, Regulierungsdichte und Bürokratielast in Deutschland sind aus Sicht eines global agierenden Konzerns schon lange nicht mehr nachvollziehbar. Darauf weisen wir seit Jahren hin», so Günther mit Blick darauf, dass der US-Chemiekonzern Dow angesichts hoher Energiepreise einen Rückzug aus dem Mitteldeutschen Chemiedreieck in Erwägung zieht.

Dow prüft verschiedene Optionen, dazu gehören eine temporäre Stilllegung oder eine Schließung von Anlagen. Es handelt sich dabei dem Unternehmen zufolge um Anlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) sowie Böhlen (Sachsen).

«Diese Ankündigung ist richtig bitter, denn es ist eine Katastrophe mit Ansage», sagte Günther. Er warnt vor einem Dominoeffekt. «An jedem Chemiearbeitsplatz hängen circa drei weitere Arbeitsplätze in anderen Branchen.»

Der Manager fordert einen anderen energiepolitischen Ansatz. An den Märkten gebe es bereits die Erwartung, dass eine Friedenslösung für die Ukraine gefunden werde und dann wieder russisches Gas nach Europa strömt. «Wir plädieren für russisches Pipelinegas, weil wir im Vergleich zu Asien und Amerika nicht mehr wettbewerbsfähig sind.»

Essen (dpa/lnw) *00:02 Uhr – Evonik-Chef: Zunächst keine weiteren Zukäufe

Evonik-Chef Christian Kullmann plant derzeit eine Pause bei den Übernahmen. «In den nächsten beiden Jahren werden wir keine Zukäufe tätigen», sagte Kullmann der «Rheinischen Post». Der Essener Chemiekonzern konzentriere sich derzeit voll auf den größten Umbau in der Evonik-Geschichte. «Unser Dreisprung – sparen, umbauen, wachsen – ist komplex genug. Nach 2027 sehen wir weiter», sagte der Vorstandsvorsitzende.

Beim geplanten Stellenabbau in der Verwaltung sei die Hälfte erreicht, sagt Kullmann. Bis 2027 sollen 2.000 Stellen, 1.500 davon in Deutschland, wegfallen.

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