CO2 basiertes Polyol

Vom Abgas zum Kunststoff: Der Heilige Gral der Chemie

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Der Sprung aus dem Labor in die industrielle Fertigung erfolgte in Teamarbeit: Fünf Partner aus Wissenschaft und Industrie kooperierten in dem mit öffentlichen Mitteln geförderten Projekt „Dream Production“: neben Bayer Technology Services auch Bayer Material Science und der Energieversorger RWE, außerdem die RWTH Aachen und das dort ansässige CAT Catalytic Center – eine Forschungseinrichtung, die gemeinsam von der Hochschule und Bayer betrieben wird.

Gemeinsam entsteht 2011 am Bayer-Stammwerk in Leverkusen eine Pilotanlage. Das benötigte CO2 kommt vom RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem bei Köln und wird mit Propylenoxid zu einer zähflüssigen, farblosen Masse umgesetzt: Polyol.

„Grünes Licht“ für einen Traum

Nach drei Jahren Pilotbetrieb hält man jetzt den Zeitpunkt für gekommen, die Produktion im größeren Maßstab anzuschieben. In Dormagen soll in einem bestehenden Bayer-Polyetherwerk eine 5000 Jahrestonnen-Produktionsstraße für das neue Verfahren entstehen.

„Mit ihrem relativ kleinen Produktionsvolumen ist sie insbesondere auf die Weiterentwicklung der Technologie ausgerichtet“, erklärte Malsch, der die Leitung des Dream-Production-Projekts innehat. In Dormagen kann Bayer aus der Verbundstruktur des Chemparks erhebliche Synergien ziehen. So wird dieses Mal das benötigte CO2 von einer benachbarten Kemira-Ammoniakanlage bezogen, wo es als Abfallprodukt anfällt.

Schon 2016 Schaumstoff aus CO2

Ab 2016 soll das so gewonnene Polyol zur Herstellung von Polyurethan-Schaumstoff dienen, wie er zur Wärmeisolation, für Schuhe, Autoteile, Matratzen oder Sofapolster verwendet wird. „Wir treten dabei erst einmal in Vorleistung – Zunächst erzeugt das Thema Kosten bei uns. Aber wir erwarten von diesen Polyurethanen, dass sie sich mittelfristig – ab der nächsten Ausbaustufe – auch für uns rechnen werden!“

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