CO2 basiertes Polyol

Vom Abgas zum Kunststoff: Der Heilige Gral der Chemie

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Schließlich habe das neue Material mindestens die gleiche Qualität wie konventionell hergestellte Rohstoffe und zusätzlich einen höheren Nachhaltigkeitseffekt, heißt es aus Leverkusen: Indem in bestimmtem Umfang CO2 als Baustein verwendet wird, lässt sich ein Teil des erdölbasierten Propylenoxid einsparen, auf dem Polyole normalerweise komplett beruhen. Die CO2-Bilanz des neuen Verfahrens ist jedenfalls deutlich besser als die der herkömmlichen Produktionsweise.

Ein gewichtiges Argument, angesichts eines weltweiten Bedarfs von 15 Millionen Tonnen PUR im Jahr. Und das Material hat noch erhebliches Potenzial: Rechnet man das gewaltige Wachstum der Schwellenländer ein, legt der Polyurethanmarkt um 5 % pro Jahr zu.

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Auf Schaum gebaut – Kommt der klimeneutrale Agbgasschaum?

Sind also in Zukunft klimafreundliche Matratzen und Dämmpaneele möglich? Nicht ganz. Zwar soll die Nutzung von CO2 helfen, Erdölprodukte einzusparen, verzichten kann man aber auf das fossile Propylenoxid nicht. Auf etwa 20 % schätzt man bei Bayer das Einsparpotenzial. Dazu kommt die benötigte Energie, um das Gas überhaupt aufzuschließen. Was bleibt da von grüner Industrie, angesichts der 147 Millionen Tonnen CO2, die die großen deutschen Braunkohlekraftwerke 2012 durch die Schornsteine jagten?

Erste Berechnungen der RWTH Aachen lassen aufatmen: Über den gesamten Lebenszyklus verbrauche das Verfahren weniger Energie und stoße so auch weniger CO2 aus, so die Wissenschaftler. Und auch wenn die angestrebten 5000 Tonnen nicht viel sind – ein Anfang ist gemacht.

Der Turbo für den CO2-Kunststoff

Wirklich lukrativ könnte die Methode werden, wenn es gelänge, Energiequellen wie Windstrom zu erschließen. Dieser ist zwar extrem fluktuativ, aber in Kombination mit einem Elektrolyseverfahren unter Umständen als Wasserstoff speicherbar (siehe Kasten). Der Weg dorthin ist aber beinahe noch weiter als zum Abgas-PUR.

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