Carbon Disclosure Project 2010 Vier deutsche Unternehmen setzen weltweit Maßstäbe bei CO2-Reduktion
Deutsche Großunternehmen berichten besser über die Herausforderungen und Chancen des Klimawandels als viele ihrer globalen Wettbewerber. Zu diesem Ergebnis kommen der aktuelle Bericht samt Rankings des Carbon Disclosure Project (CDP).
Anbieter zum Thema

Frankfurt am Main – Die Indices Carbon Disclosure Leadership Index (CDLI) und Carbon Performance Leadership Index (CPLI) bewerten die besten der weltweit 500 größten Unternehmen in Bezug auf die generelle Transparenz (CDLI) und den Umfang des Klimaschutz-Managements (CPLI) zur CO2-Reduktion. In diesem Jahr stellten 395 der weltweit 500 größten Unternehmen dem CDP ihre Daten zur Verfügung. Siemens, die Deutsche Post, BASF und Bayer liegen auf den ersten vier Plätzen. In die Unternehmensbewertungen des CDP gehen Faktoren wie die Klimastrategie der Unternehmen, konkrete Emissionsziele und deren Überwachung sowie die Kommunikation mit Stakeholdern ein.
Das CDP ist eine unabhängige Initiative von 534 global tätigen, institutionellen Investoren mit einem Anlagevolumen von insgesamt 64 Billionen US-Dollar. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ist globaler Sponsor des CDP und erstellt den "Global 500 Report" im Auftrag des CDP.
Wachstum nicht mehr um jeden Preis
Der aktuelle Report kommt zu dem Ergebnis, dass 75 Prozent der teilnehmenden Unternehmen über ihre CO2-Emissionen berichten, 60 Prozent hiervon haben diese Angaben testiert. 85 Prozent der Befragten haben einen Klimaverantwortlichen auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene. Dies zeigt einen grundsätzlichen Wandel in der Strategie der Unternehmen dahingehend, dass das Thema Klimawandel in den Führungsetagen angekommen ist: "Wachstum ist nach wie vor vorrangiges Ziel, jedoch nicht mehr um jeden Preis. Die Unternehmen sind hinsichtlich ihres Umgangs mit natürlichen Ressourcen im Fokus verschiedener Stakeholdergruppen und stehen diesbezüglich untereinander im Wettbewerb", so Michael Werner, verantwortlicher Partner für den Bereich Sustainability Services bei PwC in Deutschland.
Defizite: Klimaziele noch nicht ausreichend in Gesamtorganisation verankert
Trotz des bemerkenswerten Engagements auf Führungsebene für Klimafragen können bislang nur 19 Prozent der Befragten tatsächliche CO2-Einsparungen verzeichnen. Der Global 500 Report zeigt ebenso auf, dass nur jedes zweite Unternehmen über eine kohärente Strategie verfügt, die den Kampf gegen den Klimawandel in der Gesamtorganisation verankert und mit den Unternehmenszielen abgleicht.
Klimaschutz als Wettbewerbsvorteil
"Optimistisch stimmt jedoch, dass neun von zehn Unternehmen die Senkung der CO2-Emissionen nicht nur als Kostenoptimierung, sondern auch als Chance betrachten, sich im Markt zu positionieren", meint Michael Werner. "Die Unternehmen konzentrieren ihre Aktivitäten einerseits darauf, durch eine energieeffizientere Produktion Kosten zu sparen. Andererseits betrachten sie die Entwicklung innovativer, klimafreundlicher Produkte und Dienstleistungen, die den Kunden Mehrwert und ihnen selbst Wettbewerbsvorteile bieten, als zukunftsträchtig".
US-Unternehmen beim Thema Klimaschutz weit abgeschlagen
Der Global 500 Report zeigt auch deutliche regionale Disparitäten bei der Einstellung gegenüber dem Klimawandel. So stammen vier von fünf Unternehmen, die sich als "Performance Leader" im CPLI etablieren konnten, aus Europa. Dies trifft nur auf sechs Prozent der US-Unternehmen zu.
(ID:23484260)