Newsticker Juli: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Verband: Chemieparks brauchen schnelle Hilfe bei Energiekosten

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29.07.2022

Leverkusen (dpa) *17:59 Uhr – Covestro senkt Ausblick wegen hoher Energiekosten noch einmal

Die hohen Energiepreise und trübere Konjunkturaussichten machen den Kunststoffkonzern Covestro noch vorsichtiger für das laufende Jahr. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird nun zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro erwartet, nach bisher 2,0 bis 2,5 Milliarden, wie das Unternehmen am Freitag kurz nach Börsenschluss mitteilte. Der neue Ausblick liegt damit unter der durchschnittlichen Analystenschätzung. Die Aktien fielen auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss zunächst um 1,6 Prozent.

Irving (dpa) *16:30 Uhr – Exxon meldet Rekord-Quartalsgewinn

Die im Zuge des Ukraine-Kriegs stark gestiegenen Öl- und Gaspreise haben Exxonmobil im zweiten Quartal zu einem Rekordgewinn verholfen. Der größte US-Ölmulti verdiente laut eigener Mitteilung vom Freitag unterm Strich 17,9 Milliarden Dollar (17,6 Mrd Euro). Damit legte das Ergebnis im Jahresvergleich um rund 13,2 Milliarden Dollar zu. Der Umsatz stieg um rund 70 Prozent auf 115,7 Milliarden Dollar. Die Bilanz habe von höherer Produktion und strikter Kostenkontrolle profitiert, verkündete Exxon-Chef Darren Woods.

Allerdings erhöhte der Konzern die Ölproduktion im Vergleich zum Vorquartal nur um bereinigte vier Prozent auf 3,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag. Doch die Preise am Öl- und Gasmarkt stiegen im ersten Halbjahr rasant, was auch an Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine lag. So kostete das Barrel Rohöl in den drei Monaten bis Ende Juni zeitweise über 120 Dollar - das höchste Niveau seit 14 Jahren.

Dass die Öl- und Gasbranche Rekordprofite macht, während Verbraucher mit hohen Sprit- und Heizkosten kämpfen, ist vielen Politikern ein Dorn im Auge. US-Präsident Joe Biden hat Exxon schon mehrfach öffentlich angezählt. Bereits im November 2021 forderte Biden die US-Handelskommission FTC auf, Hinweise auf illegale Preistreiberei in der Ölbranche zu untersuchen. Ihm stießen besonders die milliardenschweren Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen auf.

Trier (dpa/lrs) *15:01 Uhr – Austritt von Chlordioxid nahe der Riveristalsperre

Mehrere Liter Chlordioxid sind am Freitag in der Nähe der Riveristalsperre im Kreis Trier-Saarburg aus einer Wasseraufbereitungsanlage ausgetreten. Nach ersten Erkenntnissen von Polizei und Feuerwehr war ein technischer Defekt Ursache für den Austritt der chemischen Verbindung. Mitarbeiter hätten das Leck an einer Leitung beim Betreten des Gebäudes entdeckt, in dem sich die Anlage befindet, wie es weiter hieß.

Den Angaben zufolge wurden keine Menschen verletzt und auch das Trinkwasser nicht beeinträchtigt. Das Gebäude wurde gelüftet und mit Wasser ausgespült. Das verunreinigte Wasser wurde den Angaben zufolge in einem gesonderten Behälter aufgefangen. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden und wurde gegen Mittag beendet. Aus Chlordioxid bildet sich bei Raumtemperatur giftiges Chlorgas.

San Ramon (dpa) *13:57 Uhr – Chevron schreibt Rekord-Quartalsgewinn

Dank kräftig gestiegener Öl- und Gaspreise hat Chevron im zweiten Quartal so viel verdient wie nie zuvor. Der Gewinn stieg im Jahresvergleich von 3,1 Milliarden auf 11,6 Milliarden Dollar (11,4 Mrd Euro), wie der zweitgrößte US-Ölkonzern am Freitag mitteilte. Der Umsatz wuchs um über 80 Prozent auf 68,8 Milliarden Dollar. Chevron erhöhte die Produktion, profitierte aber vor allem von deutlich höheren Preisen. So verkaufte der Konzern das Fass Rohöl und Flüssiggas in den drei Monaten bis Ende Juni im Schnitt für 89 Dollar. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 54 Dollar gewesen.

Angesichts der hohen Benzinpreise und einer im Zuge des Ukraine-Kriegs potenziell kritischen Energieversorgungslage in Europa sehen Politiker die hohen Gewinne in der Öl- und Gasindustrie jedoch kritisch. US-Präsident Joe Biden hat die Branche wiederholt öffentlich ermahnt und der Preistreiberei verdächtigt. Im Quartalsbericht erklärte Chevron-Chef Mike Wirth angesichts der Kritik, dass der Konzern seine Investitionen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt habe. «Chevron erhöht das Energieangebot, um bei der Bewältigung der Herausforderungen an den Weltmärkten zu helfen.»

Cambridge (dpa) *09:33 Uhr – Astrazeneca wird dank Corona-Medikamenten optimistischer

Gute Geschäfte mit Corona-Medikamenten stimmen den Pharmahersteller Astrazeneca für den Umsatz in diesem Jahr optimistischer. Das Wachstum des Gesamterlöses soll nun im niedrigen Zwanziger-Prozentbereich liegen, teilte das britisch-schwedische Unternehmen am Freitag mit. Bislang hatte das Management ein Plus im hohen Zehner-Prozentbereich in Aussicht gestellt.

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Im ersten Halbjahr wuchs Astrazeneca in allen Bereichen - auch bei Corona-Medikamenten. So sollen nun Erlöse mit dem Corona-Mittel Evusheld den erwarteten Rückgang der Vaxzevria-Umsätze ausgleichen. Der Jahresumsatz mit Corona-Medikamenten werde daher verglichen zum Vorjahr weitestgehend stabil bleiben und nicht mehr deutlich zurückfallen.

Unterdessen lief es für Astrazeneca in den ersten sechs Monaten rund. Der Erlös kletterte um 43 Prozent auf knapp 22,2 Milliarden Dollar (21,76 Mrd Euro). Bei beiden Werten schnitt das Unternehmen besser ab als von Experten erwartet. Unter dem Strich verringerte sich allerdings der Gewinn um fast zwei Drittel auf 748 Millionen Dollar, weil Astrazeneca mehr Geld für Forschung ausgab und deutlich höhere Vertriebs- und Verwaltungskosten stemmen musste.

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