Die Pharmabranche ist unter Zugzwang. Seit Jahren entwickeln sich die Umsätze und Gewinne der Pharmariesen rückläufig. Als Ausweg aus der Misere scheinen Übernahmen und Fusionen ein probates Mittel zu sein. PharmaTEC und PROCESS fassen die bisher größten Deals in der Geschichte der Branche für Sie zusammen.
Unser Beitrag zeigt die größten Deals in der Geschichte der Pharmabranche.
Würzburg – Sinkende Produktpreise, auslaufende Patente, Kostendruck und eine stagnierende Nachfrage in den angestammten Märkten sowie die zunehmende Konkurrenz durch billige Nachahmerprodukte sind die Hauptgründe für die anhaltende Umsatz- und Gewinnschwäche der großen Pharmakonzerne. Allein im Jahr 2013 sank der Umsatz der weltweit größten zehn Pharma-Konzerne um 2,1 % auf knapp 240 Milliarden Euro. Die Folge ist ein immer weiter zunehmender Konzentrationsprozess innerhalb der Branche. Die Liste der zehn größten Pharma-Deals enthält erfolgreiche sowie am Ende auch gescheiterte Übernahmen.
Platz 10 – Medtronic/Covidien – 31 Milliarden Euro (Übernahme im Jahr 2014/abgeschlossen)
Gerade so in die Top 10 schaffte es die Übernahme des irischen Medizintechnik-Herstellers Covidien durch den US-amerikanischen Konkurrenten Medtronic.
Platz 9 – Roche/Genentech – 37 Milliarden Euro (Übernahme im Jahr 2009/abgeschlossen)
Die größte Übernahme in der Schweizer Firmengeschichte geht auf das Konto von Roche. 2009 übernahm der Pharmakonzern nach zähen Verhandlungen über acht Monate das US-Biotechnologieunternehmen Genentech.
Platz 8 – Pfizer/Wyeth – 52 Milliarden Euro (2009/abgeschlossen)
Für 52 Milliarden Euro hat der US-amerikanische Pharmakonzern Pfizer den US-Rivalen Wyeth gekauft. Zum Zeitpunkt des Kaufs zählten beiden Unternehmen zu den zehn größten Pharmaunternehmen der Welt. Die Übernahme sorgt jedoch auch für Negativ-Schlagzeilen, da Medienberichten zufolge zwischen 13.000 und 20.000 Arbeitsplätze wegfallen sollten. Seine Spitzenposition als weltgrößtes Pharmaunternehmen verlor Pfizer 2012 an den Schweizer Pharmakonzern Novartis.
Platz 7 – Actavis/Allergan – 53 Milliarden Euro (Übernahme im Jahr 2014/abgeschlossen)
Das irische Pharmaunternehmen Actavis gewann Ende 2014 die Übernahmeschlacht um den Botox-Hersteller Allergan. Zuvor hatte der kanadische Konkurrent Valeant mit Hilfe des New Yorker Hedgefonds-Manager Bill Ackman eine feindliche Übernahme vorangetrieben. Den Preis von 175 Euro je Aktie konnte man laut Aussage von Konzernchef Michael Pearson jedoch nicht vor den eigenen Aktionären rechtfertigen und so trat Valeant den Rückzug an.
Platz 6 – Takeda Pharmaceutical/Shire – 54 Milliarden Euro (Übernahme im Jahr 2018/abgeschlossen)
Takeda Pharmaceuticals gelang im vergangenen Jahr mit der Übernahme des irischen Arzneimittelherstellers Shire für 54 Milliarden Euro die größte Übernahme eines japanischen Unternehmens im Ausland. Um den Deal unter Dach und Fach zu bringen, musste Takeda sein Angebot viermal nachbessern. Der Abschluss der Übernahme wird für die erste Jahreshälfte 2019 anvisiert.
Platz 5 – Pfizer/Pharmacia – 61 Milliarden Euro (Übernahme im Jahr 2002/abgeschlossen)
Der US-amerikanische Pharmariese Pfizer ist mit drei erfolgreichen Übernahmen das mit Abstand aktivste Unternehmen in diesem Ranking. 2002 übernahm Pfizer den schwedischen Konkurrenten Pharmacia. Der Kaufpreis betrug 61 Milliarden Euro in Aktien. Nach dem Kauf besaß Pfizer zum damaligen Zeitpunkt zwölf Medikamente mit einem Jahresumsatz von jeweils mehr als einer Milliarde Euro.
Platz 4 – Bristol-Myers Squibb/Celgene – 65 Milliarden Euro (Übernahme im Jahr 2019/noch offen)
„Das Beste von Pharma kombiniert mit dem Besten von Biotech“, so präsentierten die beiden Firmenchefs Giovanni Caforio (Bristol-Myers Squibb) und Mark Alles (Celgene) die Transaktion auf einer Telefonkonferenz. Hintergrund der Übernahme sind die Ziele von Bristol-Myers Squibb auf dem boomenden Krebsmittelmarkt. Der endgültige Vollzug wird für das drittel Quartal 2019 erwartet. Mit einem geschätzten Umsatzvolumen von 20 Milliarden Euro treten die US-Amerikaner künftig als Nummer zwei im Onkologiebereich nach Marktführer Roche auf.
Platz 3 – Sanofi/Aventis – 65,6 Millliarden Euro (Übernahme im Jahr 2004/abgeschlossen)
Der fanzösische Pharmakonzern Sanofi enstand 2004 aus einem Zusammenschluss unter Gleichen von Sanofi-Synthélabo und Aventis. Beide Konzerne entstanden ihrerseits bereits aus einer Fusion. Jeweils 1999 wurde aus Sanofi und Synthélabo Sanofi-Synthélabo und aus Hoechst und Rhône-Poulenc wurde Aventis. Vor dem Zusammenschluss versuchte Sanofi-Synthélabo die Aventis-Aktionäre mit einem feindlichem Übernahmeangebot zu überzeugen. Das Angebot wurde aber als unzureichend abgelehnt. Nach massiven Interventionen der französischen Regierung und einem verbesserten Angebot Seitens Sanofi-Synthélabo, sowie dem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und Standortstilllegungen auf deutscher Seite, nahm Aventis das Angebot an. Bis 2011 firmierte Sanofi noch unter Sanofi-Aventis.
Stand: 08.12.2025
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Platz 2 – Glaxo Wellcome/Smith Kline Beecham – 80 Milliarden Euro (Fusion im Jahr 2000/abgeschlossen)
Für insgesamt 80 Milliarden Euro fusionierten die beiden britischen Pharmakonzerne Glaxo Wellcome und Smith Kline Beecham zur Jahrtausendwende miteinander zu Glaxo Smith Kline. Der Fusion ging eine ausführliche und elf Monate andauernde Überprüfung der Wettbewerbshüter voraus. Der erste Fusionsversuch zwei Jahre zuvor war noch gescheitert.
Platz 1 – Pfizer/Warner-Lambert – 95 Milliarden Euro (Übernahme im Jahr 2000/abgeschlossen)
Die bisher größte Übernahme in der Pharma-Geschichte geht ebenfalls auf das Konto des US-amerikanischen Unternehmens Pfizer. 95 Milliarden Euro ließ sich der Pharmariese mit Sitz in New York die Übernahme des US-Mitbewerbers Warner-Lambert kosten. Damit kam Pfizer der Übernahme von Warner-Lambert durch den US-Pharmakonzern American Home Products (firmierte später unter dem Namen Wyeth) in letzter Sekunde zuvor. Die Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen waren in den letzten Zügen und man einigte sich bereits auf einen Kaufpreis von 76 Milliarden Euro. Pfizer entschied sich daraufhin selbst ein Angebot für Warner-Lambert in Höhe von 95 Milliarden Euro abzugeben, welchem das Aufsichtsgremium schließlich zustimmte. Bereits seit 1996 kooperierten Pfizer und Warner Lambert in einem Joint Venture zusammen. Durch das freundliche Übernahmeangebot von American Home Products an Warner Lambert sah Pfizer diese Kooperation jedoch gefährdet und reagierte seinerseits mit einem feindlichen Übernahmeangebot. American Home Products erhielt für das Platzen der bereits vereinbarten Fusion als Entschädigung die Rekordsumme von 1,9 Milliarden Euro. Zu dem damaligen Zeitpunkt war der Pfizer/Warner-Lambert-Deal die viertgrößte Übernahme der Geschichte. Lediglich Vodafone/Mannesmann, AOL/Time-Warner und MCI Worldcom/Sprint kosteten mehr Geld. Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Pfizer einer Publikation der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge das größte Pharmaunternehmen der Welt, gefolgt von Roche und Merck.
Zwei der drei größten gescheiterten Übernahmen gehen auf das Konto des US-amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer.
Platz 3 – Wyeth/Warner-Lambert – 76 Milliarden Euro (1999/gescheitert)
An dritter Stelle der größten gescheiterten Pharmadeals steht der feindliche Übernahmeversuch von Warner-Lambert durch die US-Amerikaner von American Home Products. Der lange Zeit als sicher geltende Deal scheiterte auf der Schlussgeraden an einem höheren Angebot von Pfizer. American Home Products wurde die Niederlage mit einer Strafzahlung von 1,9 Milliarden Euro zumindest etwas versüßt. Später firmierte American Home Products unter dem neuen Namen Wyeth und wurde 2009 ebenfalls von Pfizer übernommen.
Platz 2 – Pfizer/Astra Zeneca – 94 Milliarden Euro (Übernahmeversuch in 2014 gescheitert)
Anfang 2014 sorgte Pfizer mit einem Rekordangebot für den britisch/schwedischen Konkurrenten Astra Zeneca für Aufsehen. Für 94 Milliarden Euro wollten die US-Amerikaner das Unternehmen kaufen. Astra Zeneca lehnte sowohl diese, als auch noch zwei frühere Offerten über 76 und 81 Milliarden Euro ab. Eine feindliche Übernahme kam für Pfizer nicht in Frage. Astra Zeneca begründete die Ablehnung mit dem ihrer Meinung nach zu geringen Kaufpreis sowie der Angst vor dem Verlust von Arbeitsplätzen im Vereinigten Königreich.
Platz 1 – Pfizer/Allergan – 140 Milliarden Euro (Übernahmeversuch ist 2016 gescheitert)
Ende 2015 gaben die beiden Pharmaschwergewichte Pfizer und Allergan ihre Fusionsabsicht bekannt. Es wäre der größte Deal in der Geschichte der Pharmabranche. Dabei hätte das kleinere irische Unternehmen Allergan die US-Amerikaner von Pfizer übernehmen sollen und, wenn auch nur vorübergehend, unter dessen Namen firmieren sollen. Hintergrund waren wie so häufig steuerliche Überlegungen. Mit einem Firmensitz in Dublin hätte das neue Unternehmen die höheren US-Steuern umgehen können. Die von der US-Regierung um Präsident Barack Obama im April 2016 angekündigten Maßnahmen gegen Steuerflucht machten den Plan jedoch zunichte. Am Ende musste Pfizer zusätzlich noch 115 Millionen Euro Vertragsstrafe für den geplatzten Deal zahlen.