Wärmebildkamera Testo stellt sich mit der Einführung einer Wärmebildkamera einem neuen Markt

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Nach drei Jahren Entwicklungszeit und Entwicklungskosten von etwa fünf Millionen Euro hat Testo jetzt seine neue Wärmebildkamera vorgestellt – ein Novum in der Firmengeschichte.

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Pünktlich zum 50-jährigen Firmenjubiläum bringt Testo eine neue Wärmebildkamera auf den Markt und verlässt damit den gewohnten Pfad einer Firmentugend: „Mit der Wärmebildkamera betritt Testo erstmals einen Markt, in dem wir nicht der Platzhirsch sind“, bringt es der Vorstandsvorsitzende Burkart Knospe auf den Punkt. Hier sei der Messgerätehersteller nicht der Größte mit hoher Kapitalkraft und starken Entwicklungsressourcen.

Was zeichnet die Kamera aus, mit der Testo sich dem Wettbewerb stellt? Die portable Testo 880 wurde für punktuelle Messungen entwickelt. Mit einer geometrischen Auflösung von 160 x 120 Pixel interpoliert auf 320 x 240 Pixel gibt die Kamera auf einem 3,5“-Display Aufschluss über den Zustand von Anlagen. Die thermische Auflösung (NETD) beträgt <1 °C bei 30 °C. Die 900 g schwere Kamera misst in einem Spektralbereich von 8 bis 14 µm zwei verschiedene Temperaturbereiche – von -20 bis 100 C sowie von 0 bis 350 C. Sie wird Ende November dieses Jahres in drei Versionen verfügbar sein.

Für die Linse einer Wärmebildkamera kann kein Glas verwendet werden, da dieses für infrarote Strahlung nicht durchlässig ist. Das stattdessen verwendete Germanium ist zwar IR-durchlässig, hat aber den Nachteil, dass es zum einen sehr weich und zum anderen teuer ist. Ab Version 2 der Testo 880 bewahrt deshalb ein IR-Schutzglas die Optik vor Staub und Kratzern. Es ist ebenfalls aus Germanium. Da es aber nicht gekrümmt ist wie die Linse, kann hier eine härtere Beschichtung gewählt werden. Sollte das Germanium dennoch zerkratzen, muss nur das Schutzglas und nicht die Optik ausgetauscht werden.

Ein Weiteres Plus der Version 2: Das standardmäßige 32°-Weitwinkelobjektiv kann gegen ein 12°-Teleobjektiv getauscht werden. Mit ihm lässt sich der gewünschte Bildausschnitt auch dann aufnehmen, wenn schwer zugängliche Anlagen oder Maschinen zu einem größeren Abstand zwingen. Die Bildfrequenz des Typ 1 und der Exportvarianten beträgt 9 Hz und die der restlichen Geräte 33 Hz.

Man darf gespannt sein, ob sich der Neueinsteiger am Markt behaupten wird. Testo jedenfalls scheint wenig Zweifel zu haben. Denn die Schwarzwälder arbeiten schon eifrig an der zweiten Generation ihrer Wärmebildkamera.

Hintergrund: Thermografie im Einsatz

Anlagenbetreiber setzen Wärmebildkameras vor allem zur Prozessüberwachung und zur vorbeugenden Instandhaltung ein. Mithilfe der Thermografie erstellt die Kamera ein Wärmebild, aus dem sich Problemstellen ablesen lassen. Während bei anderen Methoden die Produktion gestoppt oder beispielsweise Leitungs- und Rohrsysteme zerlegt werden müssen, misst die Wärmebildkamera berührungslos und ohne größere Eingriffe ins System.

Infrarot-Messungen dienen in der Instandhaltung zur Untersuchung mechanischer Komponenten und elektronischer Systeme. Bei mechanischen Bauteilen kann Wärmeentwicklung auf eine überhöhte Beanspruchung hinweisen, die durch Reibung, fehlerhafte Justage, Toleranzen oder Mangel an Schmiermittel entstehen kann. Bei elektronischen Anlagen macht Infrarot-Thermografie Widerstände sichtbar. Fehlerhafte Bauteile oder Anschlüsse lassen sich so frühzeitig erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Das minimiert Brandrisiken und hilft kostspielige Produktionsstillstände zu vermeiden.

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