Projektcontrolling und Projektrisikomanagement

Studie Projektcontrolling und Projektrisikomanagement im Anlagenbau

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Die Projektüberwachung als zentrale Maßnahme des Projektcontrollings während der Abwicklung eines Kundenauftrags wird von 68 Prozent der Unternehmen monatlich und nur von sieben Prozent wöchentlich durchgeführt. Hier stellt sich die Frage, ob dies unter dem Aspekt eines professionellen Claimsmanagements nicht viel zu selten ist. Um spätere Ansprüche abzusichern, sollten Vertragspartner zeitnah über von ihnen zu verantwortende Änderungen des geplanten Projektablaufs informiert werden.

Projektrisikomanagement: Frühwarnindikatoren beachten

Das Projektrisikomanagement geht über das operative Controlling einzelner Kundenaufträge hinaus. Es dient der Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken, die sich aus Kundenaufträgen oder aus einem Teilbereich des Auftragsportfolios allgemein ergeben können. Ein Projektrisikomanagement wird von 92 Prozent der befragten Unternehmen durchgeführt.

Als zentrale Frühwarnindikatoren für Risiken zum Liefer- und Leistungssoll werden in erster Linie die Neuartigkeit und Komplexität des Projekts genannt. Danach folgen Auftragsänderungen, Abweichungen der Sachmängelhaftung von internen Standards und außergewöhnliche Risikoübernahmen.

Die herausragenden Frühwarnindikatoren für Kosten- und Erlösrisiken sind die Entwicklung der internen Stundenschreibung, die Entwicklung der Einkaufspreise für Vorleistungen und Material sowie die Bonität des Kunden. Die Instrumente, die zur Identifikation von Projektrisiken verwendet werden können, gliedern sich in Instrumente, die vor und nach dem Vertragsabschluss eingesetzt werden.

Als wichtigste Instrumente zur Identifikation von Projektrisiken vor Vertragsabschluss werden standardisierte Checklisten und Fragebogen sowie Experteninterviews genannt. Bei den Experteninterviews werden interne Spezialisten aus allen relevanten Bereichen (z.B. mechanische und elektronische Steuerung, Fertigung, Montage, Service) einbezogen.

Claimsmanagement: schon vor Vertragsabschluss

Claimsmanagement (CM) ist der Umgang mit Änderungen und Vertragsstörungen während der Projektabwicklung, z.B. Mehr- oder Minderleistungen, Zeitverzögerungen oder Kostenüberschreitungen.

Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen hat ein systematisches Claimsmanagement eingerichtet. Umgekehrt verzichten immerhin 45 Prozent auf einen systematischen Claimsmanagement-Ansatz, was angesichts des nachgewiesen hohen Potenzials dieses Instruments für die Risikobegrenzung und Ertragssicherung in Projekten verwundert.

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